Underworld - Oblivion With Bells - Cover
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Underworld Oblivion With Bells


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein starkes Gefälle in der Qualität macht das Album zu einer schwierigen Angelegenheit.

In den Achtzigern aus der Band Freur hervorgegangen, machten Karl Hyde und Rick Smith als Underworld weiter und verdingten sich mit zwei, im Rock angesiedelten, Platten, die mehr oder weniger in der Musiklandschaft untergingen. 1993 kam dann so etwas wie der Relaunch und Underworld verließen sich auf dringliche Beats sowie euphorisierende Melodien, welche vereint auf dem eigentlichen Debüt „Dubnobasswithmyheadman“ die Clubs eroberten. Den Begriff Techno prägte das Duo mit einer gehörigen Portion Kreativität und nicht nur der Über-Hit „Born Slippy“ (aus dem Soundtrack zu „Trainspotting“) wurde zum Markenzeichen der beiden Engländer.

Alben wie „Second Toughest In The Infants“ und „Beaucoup Fish“ verabreichten in den Neunzigern weit ab von der fortschreitenden Kommerzialisierung des (Proleten-)Technos elektronischer Tanzmusik einen Kick, der eine nicht unwesentliche Zahl an aktuell vorherrschenden DJ´s und Artists beeinflusste und überall auf der Welt Fans in Ekstase versetzte. Während 2002 mit dem Longplayer „A Hundred Days Off“ etwas Ernüchterung eintrat, jedoch die Live-Auftritte samt Visuals immer noch begeisterte Diskussionen auf den Plan riefen, wurde es ruhiger um Underworld. Mit „Oblivion With Bells“ gibt ein kaum noch für möglich gehaltenes Album nun den Startschuss für die Wiederkehr, die das Duo Anfang November auch auf Tour nach Deutschland (Frankfurt, Berlin, Köln, Hamburg) bringt.

Ein starkes Gefälle in der Qualität macht das Album jedoch zu einer schwierigen Angelegenheit, obwohl es sich mit dem hitverdächtigen, hypnotisch tiefgängigen „Crocodile“ samt Vocoder-Gesang und standesgemäßen Wortfetzen aus der Feder von Karl Hyde noch sehr gut angeht. Beim vierten Song bzw. Interlude, „To Heal“ machen sich zum ersten Mal Abnutzungserscheinungen breit, die mit pathetischen Synthesizer-Sounds eindeutig zu klebrig daherkommen. Auch wenn man sich in den guten Momenten lediglich auf alte Underworld-Standards besinnt, strahlen diese doch eine mitreißende Atmosphäre aus, welche im weiteren Verlauf selten zu finden ist. Wenig spannungsreich verheddert sich das Duo in ausgetretenen Ambient-Strukturen, die noch nicht einmal als einzelne Stücke überzeugen. In der Gesamtheit ergibt das eine fade zweite Hälfte, deren Existenz nur aufgrund der präzise ausgearbeiteten Dance-Errungenschaften, wie zum Beispiel „Beautiful Burnout“ (inkl. organischem Tribal-Drumming) sowie dem mit psychedelischen Synthesizer-Flächen prachtvoll geschmückten „Glam Bucket“ einigermaßen gut verschmerzt werden kann.

Anspieltipps:

  • Crocodile
  • Beautiful Burnout
  • Ring Road
  • Glam Bucket
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