Sono - Panoramic View - Cover
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Sono Panoramic View


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Lennart Salomon, langjährig beschäftigt in lokalen Hamburger Gitarrenbands, 2001 eigentlich nur als Gast-Vokalist für die Erfolgs-Single „Keep Control“ engagiert wurde, ist mittlerweile zum Glück nur eine Anekdote, die immer wieder gern erzählt wird. Denn die beiden Mitstreiter Florian Sikorski und Martin Weiland taten gut daran, die Bandkonstellation auf ein Trio zu erweitern und vom Electro-Projekt zu einer echten Band heranzuwachsen. Über die Alben „Solid State“, „Off“ und nun „Panoramic View“ ist eine Entwicklung festzustellen, die sich über House, Electro-Pop sowie rockigen Anklängen zu einem eigenen Stil geformt hat, welcher nun nahezu perfektioniert auf dem aktuellen Longplayer zu finden ist. Beim ersten Hören klingt manches vielleicht zu sehr auf Rock/Pop-Format geschrumpft, doch mit jedem weiteren Durchlauf werden auch die elektronischen Beigaben deutlicher und lassen neben schmissigen Pop-Hits auch housig Tanzbares für den Dancefloor zu.

Die erste Single „All Those City Lights“ ist gleich der erste Song auf dem Album, der hängen bleibt und wird sich ganz sicher auch in den energetischen Live-Darbietungen zu einem Evergreen entwickeln. Über einen angenehmen Beat, der sich gegenüber der Synthie-Melodien und den Gitarren-Loops zurückhält, singt Lennart in bester, sehnsüchtiger Manier und zeigt erneut, warum ihn die beiden anderen zur Anfangszeit von Sono nicht wieder gehen lassen wollten. „Always Something Missing“ legt gleich noch einen drauf und pulsiert in Form von druckvolleren, jedoch gemächlicheren Beats mit einem großen Herz für Groove und einer sich durch weite Synth-Flächen entwickelnden Atmosphäre. „Too Many Madmen“ ist dagegen nur ein Hauch Pop, denn hier regiert nüchterne Tanz-Euphorie, die ekstatisch wenig Ausreißer bietet, dafür aber ein Höchstmaß an Dynamik vermittelt.

Wem der Groove und die Melodie bei „Someday“ bekannt vorkommt, sei an The Cures „Lullaby“ erinnert, welches in Sonos Stück wunderbar verarbeitet wurde und selbstbewusst den eigenen Song darum herum baut. Pluckernde Synthesizer lassen danach bei „Your Favourite Place“ echtes Balladen-Flair aufkommen, das in diesem Szenario besonders von den eindringlichen Sounds lebt. Und so dringen viele Songs direkt ins Gehirn und verewigen sich dort wie die viel zitierten Ohrwürmer, wobei nicht immer der goldene Weg gewählt wurde, wie zum Beispiel das etwas aufgesetzt wirkende „Stuck In The Middle“ beweist. Doch im Gesamtkontext ist „Panoramic View“ ein gutes Album, das seine Stärken nicht versteckt und einige Monate regelmäßig im CD-Player landen dürfte.

Anspieltipps:

  • All Those City Lights
  • Always Something Missing
  • Someday
  • Too Many Madmen
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