D-Bo - Sans Souci - Cover
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D-Bo Sans Souci


  • Label: Ersguterjunge/SonyBMG
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Inzwischen muss der Hörer nicht mehr den Eindruck haben, dass D-Bo zum Lachen in den Keller geht.

15 Monate nach seinem dritten Album „Seelenblut“ (06/2006) präsentiert Danny Bokelmann alias D-Bo mit „Sans Souci“ einen weiteren bis zum Anschlag vollgepackten Longplayer. Mit 21 Tracks und einer Spielzeit von fast 80 Minuten läuft er dabei wie schon beim vorigen Album Gefahr, dass Texte und Musik nicht über die gesamte Spielzeit tragen und auf Dauer eintönig wirken. Bei aller Wertschätzung für Bokelmanns Anti-Aggro/Ghetto/Gangsta-Lyrik und Gast-Features von Eko Freshm Chakuza, Nyze und Summer Cem, weniger ist manchmal einfach mehr – auch wenn „Sans Souci“ am Ende besser funktioniert als „Seelenblut“.

D-Bo lebt seit drei Jahren in Berlin und gehört zu den Stützen von Bushidos Rap-Label ersguterjunge. Doch trotz der berühmten Verbindung zu Deutschlands einzigem Platin-Rapper ist D-Bo noch lange nicht in der Reichweite Bushidos kommerzieller Erfolge. So ist die Bezeichnung Kultalbum für „Seelenblut“ nichts anderes als der Beleg für D-Bos Existenzängste, die so weit gingen, dass der Rapper mit dem Gedanken spielte, das Mic an den Nagel zu hängen, weil nicht abschließend beantwortet werden konnte, ob D-Bo mit seiner Musik (s)eine Familie ernähren kann.

Wie sehr sich D-Bos Style von anderen Rappern abhebt, zeigen die diversen Feature-Tracks auf „Sans Souci“. Denn wenn ein Newcomer wie Sprachtot (cooler Name! Fast so geil wie DJ Tatwaffe) zusammen mit Chakuza in „Kaiser“ rappt, spricht eben doch die Straße, wird der Ton rauer und die Raps schmutziger. Aber D-Bo ist ebenfalls bemüht, musikalisch (die Beats kommen u.a. von DJ Stickle, Screwholic, Decay und Chakuza) und inhaltlich Abwechslung in seine persönlichen Geschichten über „Liebe, Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche und Sorgen“ zu bringen ohne in harten Berliner Ghetto-Style zu verfallen. Demzufolge hat das Album einen besseren Flow als „Seelenblut“, das unterm Strich zu soft ausgefallen war.

Durch Partytracks („Feiern“), einfallsreiche Samples („Lucky Bo“), sexy Gast-Vocals von Billy („Chance“) und klare Ansagen mit einem Augenzwinkern („Maskulin“) muss der Hörer jetzt nicht mehr den Eindruck haben, dass D-Bo zum Lachen in den Keller geht und nur die schweren Themen und Sorgen dieser Welt in seinen Songs anpackt. Das passt, wird diesmal nicht nach einer halben Stunde langweilig und die Bezeichnung „Geheimtipp“ für D-Bo könnte vielleicht schon bald als charmantes Understatement abgetan werden.

Anspieltipps:

  • Kaiser
  • Chance
  • Lucky Bo
  • Halt mich
  • Irgendwann
  • Schwiegersohn
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