Shaggy - Intoxication - Cover
Große Ansicht

Shaggy Intoxication


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Den karibischen Dancehall hat Shaggy erfolgreich in die Charts gebracht, keine Frage. Seit 1993 kommt in schöner Regelmäßigkeit ein Longplayer nach dem anderen von Mr.Bombastic an das Licht der Öffentlichkeit Das 2000er Werk „Hot Spot“ enterte sogar den Platz eins der amerikanischen Charts. Das neue Album wühlt ein wenig in Shaggys Dancehall-Reggae-Plattenschrank und seine jamaikanischen Wurzeln schimmern mehr durch, dabei verlässt er aber selten den Pfad der Radio-und Clubtauglichkeit. Mit einigen illustren Gästen wie Akon oder dem bekannten Reggaestar Sizzla und Newcomerin Nasha gibt es einige Kollaborationen zu hören, die für Abwechselung sorgen. Überhaupt sorgt Shaggy mit viel variantenreichen Beats in den 16 Songs dafür, dass kaum Langeweile aufkommt.

Einen Ausfall wie „Those (were the) days“, das Sample wurde sogar schon von der Hermes House Band verwurstet, kann noch nicht einmal das tiefe Timbre von Shaggy retten. Die erste Singleauskoppelung „What's love“ mit dem allgegenwärtigen Akon gewinnt leider keinen Preis für innovativen Reggae. Dagegen fallen aber auch einige unterhaltsame Reggaeperlen auf: „Church Heathen“ unterhält mit kirchenmusikähnlichem Hintergrundchor, der mit dem Ragga des Mister Shaggy erstaunlich harmoniert, einzig der Beat klingt ein wenig monoton. „Criteria“ besitzt Bacardi-Karibik-Feeling, welches aber den Hörer entspannt und nicht nervt. Ganz anderes offenbart „Holla at You“: orientalische Töne mischen sich mit dem Rap von Shaggy zu einem positiven Überraschungshörerlebnis.

Die Zusammenarbeit mit Sizzla, „Mad Mad World“, garantiert einen eher klassischen Reggae, der ein wenig der Monotonie verfällt. Der Titelsong „Intoxication“ verabreicht ein gute Portion Dancehall ala Shaggy, die durchaus hörenswert erscheint und zu den stärkeren Songs gehört. Es ist recht schwierig, die Texte von Shaggy zu bewerten: entweder singt/rappt er mit starken Akzent so undeutlich, dass man diesen nicht versteht oder es geht eindeutig um Frauen, die von dem etwas aufdringlichen Womanizer angesprochen werden. Musikalisch fühlt man sich meistens unterhalten, doch spürt man schon eine gewisse Gleichförmigkeit der Tracks, die zusammen einfach recht ähnlich klingen oder einfach nicht so abwechselungsreich sind. Die überdurchschnittlichen musikalischen Momente erfreuen vielleicht den Reggae und Dancehall-Fan, alle anderen sollten lieber Abstand nehmen. Trotz aller Kritik setzt sich Shaggy recht beachtlich in Szene, der größte Reggaemeister kann es doch noch, aber einen Klassiker hat er wohl nicht geschaffen.

Anspieltipps:

  • Bonafide Girl
  • Church Heathen
  • Criteria
  • Holla at you
Neue Kritiken im Genre „Dancehall“
Diskutiere über „Shaggy“
comments powered by Disqus