J.B.O. - Headbangboing - Cover
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J.B.O. Headbangboing


  • Label: Megapress/SOULFOOD
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das James Blödel Orchester, hoppla, James Blast Orchester natürlich, oh nein, der Name ist ja zensiert, also dann eben kurz „J.B.O.“, sprich: die Spaß-Metaller aus dem schönen Frankenland, sind mit einem neuen Angriff auf die Lachmuskeln ihrer zahlreichen Fans am Start. Und während eben jene Anhänger auch „Headbangboing“ wieder abfeiern werden, wird sich der Rest der Republik weiterhin, wie schon seit über zehn Jahren, verdutzt fragen, was an der „aus Versehen erfolgreich gewordenen Band“ nun so spaßig sein soll.

Das achte Studioalbum der Erlanger verbindet wieder jede Menge fremde musikalische Ideen (u.a. von Wir Sind Helden, Manu Chao, Slayer, Toto, Marilyn Manson, Sodom, Manowar und Harpo) mit J.B.O.-typischem Text-Blödsinn (genannt „Explizite Lyrik“) und breitem fränkischen Dialekt. Eine absolute „lieb’ mich oder hass’ mich“-Mischung, die einen tiefen Graben aus glühenden Verehren (genannt „Rosa-Armee-Fraktion“) und pikiert dreinblickenden Hören in die Musiklandschaft reißt.

Ganz klar, man muss es schon sehr mögen, wenn J.B.O. den „Wir Sind Helden“-Radio-Hit „Nur ein Wort“ zerhacken und in schlagerhaften Grunz-Metal umwandeln. Nach dieser Kurpfuscherei nennt sich der Song „Oaaargh!“ – und hört sich auch so. Besser funktioniert der gut gemeinte, aber oftmals nicht mehr als zu einem müden Gähnen hinreißende „Schlager-Metal Made in Mittelfranken“ in Stücken wie „Raining blood“, indem die Weather Girls („It’s raining men“) und die Thrash-Götter von Slayer („Reign in blood“) miteinander verheiratet werden, oder in einem Song wie dem Titeltrack „Handbangboing“, bei dem J.B.O. den Manu-Chao-Hit „Bongo Bong“ (den auch Robbie Williams auf seiner letzten Platte verwurstete) simpel aber effektiv mit schweren Gitarrenriffs unterlegen.

Wirklich interessant ist das Ganze allerdings auch nach mehrmaligem Hörgenuss nicht. Der J.B.O.-Humor ist und bleibt schmalspurig und die nicht abzustreitenden musikalischen Fähigkeiten von Hannes, Vito, Ralph und Wolfram werden von bedeutungslosen, zusammengebastelten Liedern unter den Teppich gekehrt. Dennoch gibt es dafür eine recht große Fanschar. Und genau die bedienen J.B.O. mit „Handbangboing“ in bewährter Manier.

Anspieltipps:

  • Musiker
  • Raining blood
  • Handbangboing
  • Wir ham’s geschafft
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