Verdena - Requiem - Cover
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Verdena Requiem


  • Label: Black Out/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Für die Fachleute unter den Genrefans dürfte die Information reichen, dass die hier besprochene Band bereits als Vorgruppe von Biffy Clyro, Dredg und Oceansize unterwegs war, um ungefähr zu erahnen, mit wem oder was man es mit Verdena zu tun hat. Für alle anderen holen wir ein bisschen weiter aus: Verdena stehen für progressiv-psychedelischen Heavy-/Alternativ-/Noise-/Grunge-Rock aus Italien, dargeboten von einem Trio aus Albino in der Nähe Bergamos. In Person handelt es sich dabei um die Brüder Alberto (Texte, Gesang, Gitarre) und Luca Ferrari (Schlagzeug) sowie die Bassistin Roberta Sammarelli.

Mit „Requiem“ legen die Italiener ihr viertes Studioalbum vor, das sich als ein echter Brocken herausstellt, der stilistisch irgendwo zwischen Radiohead („Trovami un modo semplice per uscirne“), Queens Of The Stone Age („Isacco nucleare“, „Il Gulliver”, „Muori delay“) und Nirvana („Don Calisto”) pendelt – um nur ein paar ungefähre Koordinaten zu nennen. Denn unterm Strich muss der geneigte Rockfan schon persönlich herausfinden, ob die gelegentlich extrem ausufernden Klangmalereien des Trios (zwischen 25 Sekunden und 12½ Minuten ist auf dieser Platte alles drin!) der eigenen Kragenweite entsprechen.

Das im heimischen, zu einem Studio umgebauten Hühnerstall (!) aufgenommene Album kommt ohne digitale Technik aus. Sämtliche Geräusche sind handgemacht. Lediglich ein paar Effektgeräte und Synthesizer unterstützen den wabernden Klang, der die Spiritualität der späten 60er Jahre mit dem alternativen Rocksound der frühen 90er Jahre verbindet. Also in etwa wie eine Mischung aus Pink Floyd uns Motorpsycho, zu der auch Muse-Produzent Mauro Pagani sein Scherflein beigetragen hat. Dieser bedient auf „Requiem“ das Mellotron und produzierte zwei der 15 Stücke.

„Requiem“ ist ständig in Bewegung. Es sucht und findet laufend neue Klangbilder, die mal ungeheuer wuchtig und dann wieder zerbrechlich und spröde aus den Boxen perlen. Dazu umgibt die Songs etwas Geheimnisvolles, resultierend aus den italienischen Texten, die nur ansatzweise gedeutet werden können. Schlimmstenfalls muss das gesungene Wort einfach als zusätzliches Instrument aufgefasst werden. Denn am Ende zählt nur, ob ein Song funktioniert oder nicht. Und das tun sie bei Verdena fast immer.

Anspieltipps:

  • Was?
  • Il Gulliver
  • Don Calisto
  • Muori delay
  • Il caos strisciante
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