Rim Banna - The Mirrors Of My Soul - Cover
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Rim Banna The Mirrors Of My Soul


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit elf Jahren unternimmt die in Nazareth geborene Rim Banna bereits große Schritte in eine professionelle Musikerlaufbahn, denn schon während ihrer Schulzeit widmet sie sich zahlreichen musikalischen Aktivitäten und tritt bei politischen Feiern auf, deren Inhalt Rim Banna auch aktuell noch in der Musik verarbeitet. Während des Studiums in Moskau lernt sie ihren ukrainischen, heutigen Ehemann Leonid Alexeienko kennen und kehrt mit ihm zusammen nach Palästina zurück. Von dort aus erarbeitet sie sich trotz begrenzter Möglichkeiten einen Ruf, der mittlerweile, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit der Norwegerin Kari Bremnes, bis nach Europa positiv vorgedrungen ist. Traditionelle, palästinensische Lyrik trifft auf Volkslieder in einem poppigen Gewand und wird von norwegischen Musikern, die unter anderem bereits mit Jazzer Nils Petter Molvaer gearbeitet haben, prächtig instrumentiert.

„The Carmel Of My Soul“ ist vertonte Sehnsucht in Reinkultur und spielt dabei so zart mit Rim Bannas Gesang sowie den perlenden Percussions, dass man schon bei eben jenem zweiten Song tief in diese ganz eigene Form von Pop-Musik mit orientalischem Folklore-Background vordringt. „Malek“ tänzelt dagegen überaus fröhlich dem Sonnenaufgang entgegen und ist in seiner naiven Art eine willkommene Abwechslung zur dominanten Zartheit. Sie spielt dabei mit Blues-Streifzügen und übernimmt diese mit orientalischer Färbung. Rock-Anklänge, wie in „The Grandma With A Limp“ machen „The Mirrors Of My Soul” leichter zugänglich und ebnen den Weg in eine für den westeuropäischen Musikhörer ungewohnte Klangkulisse mit Hang zu feingliedrigen Ausarbeitungen und der erobernden Stimme Rim Bannas.

So erquickt das Piano in „Sarah“ voller Sehnsucht und wärmt zusammen mit dem glockenhellen, doch nicht fragilen Gesang, während bei „The Moon Glowed“ wieder die ineinander greifende, durchdringende Instrumentierung der Band in den Vordergrund tritt und akustische Eroberungen in Form von Saiteninstrumenten sowie Percussions den Hörer strahlen lassen. Dieses Debüt ist ähnlich wie das Zweitwerk „Seasons Of Violet“ wirklich vollmundig ausgearbeitet und lässt wieder einmal Großes für die Zukunft der Sängerin erwarten.

Anspieltipps:

  • The Carmel Of My Soul
  • Sarah
  • The Moon Glowed
  • The Top Of The Mountain
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