Queensryche - Take Cover - Cover
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Queensryche Take Cover


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Queensryche haben ein Album mit Coverversionen aufgenommen. Jetzt also auch die Prog-Rocker aus Seattle. Danke, sehr einfallsreich... Doch stopp! Alle Sorgen sind unbegründet, denn die Band macht es sich nicht leicht wie viele andere vor ihr und covert den üblichen tot-gedudelten Kram aus den Hitparaden und Greatest-Hits-Listen ihrer Vorbilder – das würde auch gar nicht zu Queensryche passen –, sondern sie nimmt sich durch die Bank schwere Brocken von Gruppen wie Queen, Black Sabbath, U2, The Police und Pink Floyd vor. Lieder wie „We are the champions“, „War pigs“, „Where the streets have no name“, „Roxanne“ und „Another brick in the wall“ sucht der Hörer dennoch vergebens. Und das ist auch gut so. Willkommen zu „Take Cover“!

Oper, Musical, Pop, Rock, Heavy Metal – Queensryche machen auf „Take Cover“ vor nichts Halt und gehen damit ein ziemliches Risiko ein. Denn so ein Hit, den jeder kennt, ist schnell nachgespielt. Doch hier wird dem Hörer – je nach seinem musikalischem Background – fast schon Insidermaterial vorgesetzt, an dem er mitunter ziemlich zu kauen haben wird. Denn dem Prog-Quintett gelingt nicht jedes Detail bei den auffallend umarrangierten Songs vieler großer Meister der Pop- und Rockmusik. Daraus folgt eine natürliche Reaktion: Wer gewisse Stücke im Original liebgewonnen hat, wird nun mal zusammenzucken, wenn ein Riff plötzlich anders klingt oder der Gesang in eine andere Richtung tendiert. Aber das macht die Sache auf „Take Cover“ zumindest schon mal äußerst spannend, was nicht für Queensryche-Fans einen Kauf lohnenswert macht.

Zwar kommt das absolute Highlight des Albums – U2s „Bullet the blue sky“ in einer zehnminütigen Live-Fassung – erst ganz am Ende, doch bis dahin liefern Queensryche das eine oder andere Schmankerl ab, die für Gänsehaut („Welcome to the machine“ – Pink Floyd) oder wenigstens zustimmendes Nicken sorgen („Innuendo“ – Queen). Selbst Andrew-Lloyd-Webber-Kompositionen bekommen einen gut sitzenden Heavy-Rock-Überwurf („Heaven on their minds“) und die Folk-Popper von Crosby, Stills, Nash & Young erhalten einen Exkurs in Prog-Rock frei Haus geliefert („Almost cut my hair“), während Songs von Buffalo Springfield („For what’s it’s worth“) und The O’Jays („For the love of money”) eher blass bleiben. Unterm Strich ist „Take Cover“ dennoch ein gelungenes Cover-Album, mit dem sich Queensryche achtbar aus der Affäre ziehen.

Anspieltipps:

  • Innuendo
  • Red rain
  • Almost cut my hair
  • Welcome to the machine
  • Bullet the blue sky (live)
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