Maritime - Heresy And The Hotel Choir - Cover
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Maritime Heresy And The Hotel Choir


  • Label: Grand Hotel Van Cleef
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Maritime machen genau dort weiter wo sie zuletzt aufgehört haben.

Liebe „Indies” gebt fein Acht, das Grand Hotel hat euch was mitgebracht! Nicht gerade ein atemberaubendes Reimspektakel meinerseits, aber ein ziemlich treffender Hinweis dahingehend, dass wieder einmal etwas Großes ansteht im Hause van Cleef. Dieses audiale Ereignis hört auf den Namen Maritime und war neben der besten Band überhaupt (Death Cab For Cutie), das erst zweite amerikanische Signing in der Historie des Hamburger Plattenlabels. Zwei Alben der Band wurden bereits über die Uhlmann/Bustorff/Wiebusch Qualitätsschmiede vertrieben und „Heresy And The Hotel Choir” steht seinen Vorgängern musikalisch gesehen in rein gar nichts nach. Genau genommen schalten Sie noch einen qualitativen Gang höher und für Liebhaber geschmackvoller Musik wird es ein äußerst schwieriges Unterfangen sein an dieser Platte vorbeizuhören.

Maritime sind zu einer echten Einheit geworden. Und das hört man auch. Vollste Konzentration auf die Songs. Ohne vergangenes musikalisches Blendwerk, wie hin und wieder auf ihrem Debüt „Glass Floor” angewandt und noch eine Spur reduzierter und kompakter als auf ihrem von Kritikern und Fans gleichermaßen hoch gelobten Vorläufer „We, The Vehicles”. Es scheint als hätten Davey von Bohlen und seine Mitstreiter die perfekte Balance zwischen beschwingtem Wohlfühlpop und staubtrockener Rockmusik gefunden. „Heresy And The Hotel Choir” ist also das inzwischen dritte Album der Band aus Wisconsin, welches heuer endgültig die letzten Tränen über das Aus ihrer begnadeten Vorgängerkapelle „The Promise Ring” dahintrocknen lässt. Anno 2007 begeistert Maritime durch spielerische Leichtigkeit abseits jeglicher Genrekonventionen und mit zielgenau ins Herz platzierten Pop/Rock-Pfeilen.

Eine wissentlich minimalistische Instrumentierung und dieser eminent harmonischer Sound der Platte, lassen fast keine Wünsche offen. „Guns Of Navarone” oder der anmutige akustische Leckerbissen „Love Has Given Up” sind schon alleine eine Klasse für sich. Es macht den Anschein, als seien die stürmischen Rock-Trips frühere Tage nun größtenteils zu den Akten gelegt worden. Was nicht bedeuten soll, dass bei aller Leichtigkeit der neuen Songs, auch nicht hin und wieder der Verstärker eine Spur hochgeschraubt werden darf. „Hours That You Keep” hat einen ungehörigen Zug in Richtung Rock-Tor. Und spätestens wenn einem auf „Hand Over Hannover” die knackige Punkbrise ins Gesicht weht, möchte man auf der Stelle zum nächsten Ticketshop rennen, um diese Lieder auch live um die Ohren geblasen zu bekommen.

Auf Wiedersehen und hört recht schön! Maritime machen genau dort weiter wo sie zuletzt aufgehört haben. Mit einem Sänger, dessen charismatische Stimme noch präsenter und dominanter wirkt als je zuvor. Und Kompositionen, die mit ihren schönen Melodien und liebevollen Arrangements bereits nach dem ersten Hören zu begeistern wissen.

Anspieltipps:

  • Guns Of Navarone
  • Hand Over Hannover
  • Hours That You Keep
  • First Night On Earth
  • Love Has Given Up
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