Chamillionaire - Ultimate Victory - Cover
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Chamillionaire Ultimate Victory


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Chamillitary Mayne! So nennt sich King Koopa aka The Mixtape Messiah unter anderem, der mit bürgerlichem Namen Hakeem Seriki heißt und den meisten unter seinem Künstlernamen Chamillionaire bekannt sein dürfte. Hohe Aufmerksamkeit zog der Texaner (geboren in Houston) hauptsächlich im vergangenen Jahr mit seinem Ausnahmehit „Ridin’“ auf sich, der nicht nur in den Music-Charts, sondern auch in den Ringtone-Charts für Furore sorgte. Der meistverkaufte Ringtone in der Geschichte! Danach folgte nicht mehr viel, aber Chamillionaire war in der letzten Zeit viel in Europa unterwegs und es gibt Mixtapes mit ihm als Host.

Mit „Ultimate victory“ legt Chamillionaire sein zweites Studioalbum vor, mit dem er zumindest genauso erfolgreich sein möchte, wie mit seinem Erstlingswerk „The sound of revenge“ (2005). Bemerkenswert: Trotz des Erfolges seines Vorgängers oder vielleicht auch gerade deswegen, arbeitet Chamillionaire auch auf diesem Album wieder mit den altbewährten Produzenten zusammen. Als Producer sind unter anderem wieder zu finden: Play-N-Skillz (Bone-Thugs-N-Harmony, Bun B, Lil' Flip), Jonathan „JR“ Rotem (Rihanna, Snoop Dogg, The Game) und The Beat Bullies (Outkast, Nelly, Santana). Daneben verzichtet er überraschend auf angesagte Hit-Produzenten wie Cool & Dre, Scott Storch, Swizz Beatz, Timbaland oder auch The Neptunes und vertraut lieber seinen Stammproduzenten, die seinen Style kennen und die richtigen Beats dafür basteln.

Der Opener „The morning news“ ist ein sehr gelungenes Intro, was eindeutig Chamillionaires Stärke ist. Es folgt die Singleauskopplung „Hip Hop police“ – ein für Airplay ausgelegter Track, der bereits seit einigen Monaten, sowohl hierzulande, als auch in den USA hoch und runtergespielt wird. Ein typischer „Storytelling-Song“ bei dem ihm der Experte auf diesem Gebiet, der Routinier Slick Rick zur Seite steht. Begleitet wird das Ganze mit einem mysteriös-düsterem Synthie-Beat ähnlich wie beim Snoop-Dogg-Song „Murder was the case“.

Mit der wohl zweiten Singleauskopplung „The bill collecta“ befindet sich auf diesem Album erneut ein Song mit Bone-Thugs-Mitglied Krayzie Bone. Wie sollte es anders sein, Chamillionaire setzt komplett auf das gleiche Erfolgsrezept wie bei seinem Hit „Ridin“: Gleiches Feature und mit Play-N-Skillz sogar das gleiche Produzententeam. Die Ähnlichkeiten beider Songs sind nicht von der Hand zu weisen. „The bill collecta“ hat einen ähnlichen Synthie-Drum-Bass-Aufbau und könnte auch „Ridin’ Part II“ heißen, nur mit anderem Thema. Krayzie Bone und Chamillionaire, das passt einfach wie die Faust aufs Auge!

Mit einem ebenfalls guten Synthie-Drum-Bass-sound überzeugt auch „Won't let you down“, in dem Chamillionaire ausnahmsweise nicht selbst den Hook singt. Bei „Industry Groupie“ wurde ein Sample verwendet, das man wohl nur selten im HipHop zu hören bekommt: Europes 80er-Hit „The final countdown“. Schade, dass dieses Sample nicht wirklich passt, aber lustig ist der Song dennoch. So erwähnt Chamillionaire sämtliche Sprachgewohnheiten und Shoutouts einer ganzen Reihe von Rapstars, z.B. Lil Jon's „Ookaaay“, T.I.'s „Shawwty“ und Young Jeezy's „That's right!“. In dem Track geht es wie es der Titel schon verrät um Groupies. Auch wenn sich Mike Jones, Paul Wall und Chamillionaire nicht mehr leiden können, so haben sie dennoch eine Gemeinsamkeit: sie alle haben auf Ihren Alben mindestens schon einmal UGK-Mitglied Bun B gefeatured. Auf diesem Album ist es der sentimentale „Pimp mode“, der gegen Ende sogar mit ein paar Gitarrenriffs zum nächsten Song überleitet. Vermischung von rockigen Beats mit Rap ist an und für sich nichts Neues, doch was die Shop Boyz vor einiger Zeit mit „Party like a rockstar“ (aus dem Album „Rockstar Mentality“), dem sogenannten Rap-genre „Hood-Rock“ vorgemacht haben, wird immer mehr zur Mode und findet sich nun mit „Rock star“ mit Cash-Money-Rapper Lil' Wayne auch auf „The ultimate victory“. Ein weiterer Südstaatenrapper wartet übrigens mit Devin the Dude auf „Welcome to the south“ auf, in dem Chamillionaire mit Kritikern abrechnet, die über den Dirty-South-Boom schimpfen.

Der Unterhaltungsfaktor ist groß und zieht sich wie ein roter Faden durch das knapp 80-minütige Album. „Ultimate victory“ ist im Vergleich zum ersten Album vom potenziellen Hitmaterial her konstanter, allerdings suchen Freunde von 50 Cent oder Dr. Dre auf diesem Album vergeblich nach Clubbangern. Ebenso findet man auf dem Album, wie bei vielen Dirty-South-Artists derzeit eigentlich angesagt, keine Crunk- und Snapbeats, auch weil Chamillionaire nicht viel davon hält. Vielmehr bleibt Chamillionaire wieder seiner Linie treu, viele Synthiebeats auf denen er seine Rhymes platziert ohne auch nur einmal das F- oder N-Wort zu benutzen. Selbst seine Features halten sich mit den Schimpfwörtern in Grenzen bzw. werden sogar mit selbigen ausgeblendet, weswegen auch auf dem Album das für Gangsta-Rap typische Parental-Advisory-Zeichen fehlt.

Der „Will Smith des Gangsta-Raps“, macht seine Sache gut, aber nicht hervorragend. Dafür fehlen dann doch die herausragenden Texte und Songs, aber dafür findet man auch kaum Schwachstellen, bis auf eine sehr monotone Thematik, die sich Hauptsächlich um den plötzlichen Erfolg Chamillionaires dreht, der das Interesse falscher Freunde geweckt hat.

Anspieltipps:

  • Standing Ovation
  • Won't Let You Down
  • The Bill Collecta
  • You Must Be Crazy
  • The Ultimate Victory
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