The Servant - How To Destroy A Relationship - Cover
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The Servant How To Destroy A Relationship


  • Label: EDEL Records
  • Laufzeit: 78 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf Wiedersehen Dan Black (Gesang, Gitarre), Matt Fischer (Bass), Trevor Sharp (Drums) und Chris Burrows (Gitarre). Vor zwei Jahren sind sie nach mehr als interessanten EPs mit ihrem selbstbetitelten Debüt in die Indie-Szene Englands hereinspaziert und sorgten mit ihrem frischen, eigenständigen Stil für Wirbel. Pop-Perlen wie „Orchestra“ oder „Body“ sind kaum zu überbieten und sorgen für Respekt bei Musikliebhabern. Aber leider wurden Black und Mannen von einer Krankheit erfasst, die viele Bands ereilt, wenn der große Durchbruch nicht kommen will. Eine große Indie-Hoffnung zu sein reicht den Jungs wohl nicht und jetzt haben sie alles zwei bis drei Spuren „bekömmlicher“ aufgenommen, um auch wirklich jeden zu erreichen. Die Elektronik und die interessanten Arrangements weichen 08/15-Melodien, die man „irgendwo doch schon mal gehört hat“-Qualität aufweisen. Der Name ist Programm: „How To Destroy A Relationship“! Die Jungs sägen sehr an ihrem eigenen Stuhl.

Schon beim Opener staunt der Fan nicht schlecht. Vorbei ist es mit einem vorsichtig brodelnden „Cells“, welches den Hörer schlussendlich mitreißt. „How To Destroy A Relationship“ ist ein Gitarrenrocker, wie er im Lehrbuch steht. Aber leider wirklich genau wie er im Lehrbuch steht. Als würde man sich an eine Anleitung halten durchbricht der Song keine Grenzen und verläuft absolut geradlinig. Das ist ja noch recht solide und für Neueinsteiger bestimmt auch nicht wirklich enttäuschend, aber der Folgesong „Sleep Deprivation“ zeugt von noch weniger Einfallsreichtum. Es fällt einfach wieder auf, dass The Servant keine Gitarrenrocker sind. Es stand auf dem Debüt immer der Pop und die Elektronik im Vordergrund, während die Gitarre genau im richtigen Maße unterstützte. Auch die nasale Stimme von Sänger Black wirkt deplaziert.

Da kommt „Hey Lou Reed“ gerade rechtzeitig, damit das Album noch einmal die Kurve kriegt. Ein langsamer Song, der Gesang stimmt absolut und der Song hat doch ein paar Stellen, die aus dem normalen Schema herausfallen. Das kann man einen guten Track nennen, auch wenn er scharf am Kitsch vorbeischrammt, was eine höhere Einzelwertung verhindert. Auch „Save Me“ gehört zur etwas ruhigeren Sorte und bei dem vorantreibenden Beat und den Streichern horcht der Hörer endlich einmal richtig auf. Vielleicht sind es die Streicher und die Akustikgitarre, die zur Vielschichtigkeit beitragen oder auch die E-Gitarre, die endlich einmal rockig daher kommt. Dieses Lied ist ohne Frage die stärkste Leistung der vier Briten auf diesem Album und reicht problemlos an die Qualität des Erstlings heran. Der Rest des Albums ist (leider) schnell beschrieben.

Die Lieder bewegen sich großteils auf „Sleep Deprivation“-Niveau (gerade, dass unter den letzten beiden Songs nichts Besonderes auszumachen ist schmerzt. Wäre doch wenigstens ein schöner Ausklang drin gewesen) und finden ihren Tiefpunkt in dem wirklich faden „(I Should Be Your) Girlfriend“. Das anschließende „I Wish I Could Stop Wishing Things” ist mit seinen Westernklängen ein letzter Lichtblick, aber ganz ehrlich: Während der Erstling konstant gute Songs aufwies, klammert sich der Hörer hier an vereinzelte gute Songs, was eine gute Benotung. Wirklich Schade, da man weiß welches Talent hier verloren geht. Jetzt heißt es warten und hoffen für das dritte Album. Aber diese zwanghafte Massentauglichkeitskrankheit, die wie hier zur Langeweile führt, ist eine hartnäckige Krankheit.

Anspieltipps:

  • Save Me Now
  • How To Destroy A Relationship
  • I Wish I Could Stop Wishing Things
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