Saga - 10.000 Days - Cover
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Saga 10.000 Days


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit genau 30 Jahren versorgen Saga den Hörer nun schon mit melodiösem, teilweise recht Keyboard-lastigem Progressive Rock. Etwas über 10.000 Tage ist es also her, dass die einzig verbliebenen Konstanten des Original-Line Ups, Michael Sadler (Gesang), sowie die Brüder Ian (Gitarre) und Jim Crichton (Bass), mit ihrer Band im Musikbusiness tätig sind. Das dahingehend folgerichtig betitelte „10.000 days“ stellt jedoch keine weitere, normale Veröffentlichung dar, sondern markiert einen großen Wendepunkt im Schaffen der Kanadier, denn Sänger und charismatisches Aushängeschild der Band, Michael Sadler, wird mit Ende des Jahres nach einer Abschiedstour Saga aus privaten Gründen verlassen.

Natürlich war der Aufschrei in der Fangemeinde groß und für solche, die Saga seit 1977 verfolgt haben, war die Ankündigung ein mehr als herber Rückschlag. Doch das Leben geht bekanntlich weiter und somit verabschiedet sich Sadler mit „10.000 days“ nach dem äußerst erfolgreichen Vorgänger „Trust“ (04/2006 – mit Platz 23 in den deutschen Charts gelang den Prog-Rockern die höchste Platzierung seit 20 Jahren) nicht nur mit einem großen Knall, sondern auch mit dem ausgewogenstem Album seit mehr als zehn Jahren.

Nach einem kurzem und verspielten Vorgeplänkel gehen die Kanadier gleich mit „Lifeline“ ordentlich in die Vollen und präsentieren eine hart rockende Breitseite, die mit „Book of lies“, „Sideways“ und „Can´t you see me now?“ ihre konsequente Fortsetzung findet und die Band in alter Frische und mit einer ganzen Wagenladung an Ideen durch die Lautsprecher knallen lässt. Trotzdem soll hier entgegen der hohen, musikalischen Qualität der ersten vier Stücke ein negativer Punkt angesprochen werden: Um den Hörer vollends zufrieden zu stellen, müssen sich Saga, was den Aufbau der Tracks betrifft, schon etwas mehr anstrengen als jedes Mal nach zwei Strophen bzw. Refrains einen instrumentalen Teil einzuflechten, der den Schlussteil der einzelnen Songs einleitet. In diesem Sinne gibt es daher leider einen Punkt Abzug in der Note „Songwriting“, was angesichts der stets hörbaren Spielfreude natürlich bitter ist.

Mit „Corkentellis“ liefert das Fünfergespann anschließend ein furioses Instrumentalstück ab, das sicherlich nicht jedermanns Sache ist, aber sich auf jeden Fall perfekt in die Dramaturgie von „10.000 days“ einfügt. „More than I deserve“ schwächelt als erster zart besaiteter (manch anderer würde es vielleicht mit kitschig umschreiben) und ruhiger Song jedoch ein wenig und wirkt auf Dauer etwas eintönig und langweilig, was das nach dem recht gewöhnlichen „Sound advice“ erklingende, versöhnliche Titelstück wunderbar kaschiert. Als Abschluss legen Saga noch einmal alles in die Waagschale und vollführen einen euphorischen Seiltanz aus Härte und melodischer Anmut in „It never ends“, das allerdings angesichts des Ausstiegs von Sadler und der Bürde als letztes Stück der Platte mit etwas mehr als einem plumpen Fade Out gesegnet hätte werden können. An dieser Stelle einfach einen Track zurückschalten, das Feuerzeug auspacken und zu den ersten paar Zeilen von „10.000 days“ im Takt schunkeln: „So many faces now that we´ve seen 10.000 days / So many places as I try to remember all of their names / One thing´s for certain I´ll do it all again with no regrets” – Wie die Geschichte von Saga nach diesem Album und der Abschiedstour weitergehen wird, steht jedenfalls bis auf weiteres in den Sternen.

Anspieltipps:

  • Corkentellis
  • Book Of Lies
  • It Never Ends
  • Can´t You See Me Now?
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