Kate Nash - Made Of Bricks - Cover
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Kate Nash Made Of Bricks


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn das Debütalbum einer jungen Künstlerin gleich die Spitze britischen Charts entert, werden ziemliche Erwartungen an das Werk gestellt. Kate Nash heißt die Songwriterin, die dieses Kunststück im zarten Alter von 20 Jahren vollbrachte und für frischen Wind auf dem britischen Musikmarkt sorgte. Paul Epworth (Bloc Party, Maximo Park, The Futureheads) produzierte den Longplayer, der vom Plattenriesen Universal vertrieben wird. Welches Talent besitzt also Kate Nash, das andere nicht haben?

Sie komponiert Songs von ziemlicher Qualität, die neben einer guten Melodie sehr viel Gesangstalent, witzige Texte und abwechslungsreiche Musikstilmischungen beinhalten. Nach dem merkwürdigen aber interessanten Electro-Intro „Play“ steht der erste Höhepunkt an: „Foundations“ wurde von allen Seiten hochgelobt und besticht durch ein schwungvolles Arrangement. Die ohrwurmartige Melodie trägt Miss Nash -wie auf der ganzen CD- mit breitem Londoner Akzent vor und der Track erzeugt soviel Spaß und positive Energie, das klingt eindeutig wie eine überdurchschnittliche Songperle. Dabei irritiert den Hörer später, dass dieser Song qualitätsmäßig noch von anderen übertroffen wird!

Man nehme „Mouthwash“: Erst erscheint das obligatorische Piano in Kombination mit den zeitweise sehr lang gezogenen Silben des Nash-Vortrages und dann rockt es doch gewaltig, die Drums und Gitarren begleiten diesen tempowechselreichen Track bis zum Ende, das bekommt das Prädikat guter Indie-Rock. „Birds“ offenbart dann eine andere Seite der Sängerin Nash: ihre Stimme wandelt sich von dem frechen Lily Allen-ähnlichen Verschnitt zu einem - für eine 20jährige- ausdrucksstarken Gesang, der einer Ballade von dieser Qualität angemessen ist. „Mariella“ marschiert erst düster aus den Boxen, um dann durch den Piano- und Schlagzeugwolf gedreht zu werden und richtig abzugehen, das nennt man wohl eine Achterbahnfahrt durch einige Musikrichtungen, die man gar nicht so klar benennen kann. Kate Nash überdreht dabei zum Schluss absichtlich den stimmlichen Rahmen und beweist ihre nicht vorhandene Angst, Songs mit Ecken und Kanten zu schreiben.

Es ist nicht alles perfekt, was Kate Nash abliefert, doch sind ihre Ideen innovativ und glänzen durch echtes Talent. Das Debütalbum der Britin Nash gehört zur Kategorie „Muss man kennen“ und irgendwie meint man zu wissen, diese Sängerin und Komponistin, die manchmal auch an Björks stimmliche Höhen herankommt, wird man wieder hören. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Plattenfirmen Kate Nashs Sound nicht glatt bügeln, sondern sie noch weiter wachsen lassen.

Anspieltipps:

  • Foundations
  • Mouthwash
  • Birds
  • Mariella
  • Skeleton Song
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