John Fogerty - Revival - Cover
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John Fogerty Revival


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Revival“ bedient unheimlich viele musikalische Genres, was den Hörer auf eine ziemlich harte Probe stellt.

Wenn John Fogertys neues Album mit dem Titel „Revival“ erscheint, so wird dieses allein durch die Namensgebung auf offene Ohren stoßen. Denn kein geringerer als der ehmalige Fronmtmann, Gitarrist und Songschreiber der Band Creedence Clearwater Revival veröffentlicht hier sein bereits zehntes Soloalbum. Bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1972 verdanken wir dieser großartigen Band zahlreiche unvergessliche Songs wie „Bad Moon Rising“, „Proud Mary“ oder „Fortunate Song“. Revival heißt wörtlich übersetzt Auferstehung. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob das Label hier versucht durch plumpes Marketing mehr Silberlinge an den Mann zu bringen, oder ob es sich hierbei wirklich um den Versuch Fogertys handelt, etwas aus der Versenkung zu holen? Letztendlich vielleicht sogar die Band selbst? Immerhin veröffentlicht er erstmals nach über 30 Jahren wieder neues Material bei Fantasy Records, dem Label bei dem alle alten CCR-Hits erschienen sind!

Eines vornweg: musikalisch gesehen war Fogerty schon immer ein Grenzgänger, und irgendwo zwischen Country, Rock und Blues findet sich auch der Sound seines aktuellen Werkes wieder. Auf dem ersten Titel „Don´t You Wish It Was True“, welcher in den USA auch als Singleauskopplung erschienen ist, könnte man geradewegs nach Nashville reiten. Sattel das Pferd mein Freund, in diesem lupenreinen Coutrysong mahnt der inzwischen 62-Jährige ganz unironisch zum Weltfrieden durch das Niederreißen aller Grenzen. Dass ihm das Ganze, wie er singt, von einem Engel zugeflüstert wurde, mag man bezweifeln. Denn wem der Refrain melodisch bekannt vorkommt, der versuche dazu einfach „Let your Love Flow“ von den Bellamy Brothers (hierzulande auch als Coverversion von Jürgern Drews „Ein Bett im Kornfeld“ bekannt) zu singen – passt bis auf den letzten Ton.

Der Countryritt geht weiter über „Gunslinger“ und endet rechtzeitig beim dritten Titel „Creedence Song“. Begleitet von der E-Gitarre hievt Fogerty den Blues in den Sattel. „You can´t go wrong if you play a little bit of that creedence song“ heißt es dort augenzwinkernd, und er hat verdammt recht mit diesem Bezug auf seine musikalische Vergangenheit. Es gibt wohl kaum eine Coverband auf dieser Welt, die an den alten Creedence-Songs vorbei kommt. Auch der Titel „Summer Of Love“ mit seiner satt angezerrten E-Gitarre erinnert im Klang auf fatale Art und Weise an Cream´s „Sunshine Of Your Love“ und wird gekrönt duch die Analogie des Refrains zu deren Song „White Room“ – spätestens jetzt ahnt man, Wen oder Was Fogerty hier auferstehen lassen will?

Seine Vielschichtigkeit beweist der Grammy Gewinner und Vater von sieben (!) Kindern einmal mehr mit dem Titel „I Can´t Take It No More“. Galoppiert das Album vom Country über den Blues zum Rock, so ist es mit diesem zehnten Titel unerwarteter Weise beim Punkrock angekommen. Drei Akkord-Folgen, die selbst die Sex Pistols, hätten nicht ruppiger spielen können.

„Revival“ bedient unheimlich viele musikalische Genres, was den Hörer auf eine ziemlich harte Probe stellt. Schrammen die ersten Titel noch haarscharf am Country-Kitsch vorbei, so fängt das Album ab der zweiten hälfte, richtig an zu Rocken. Dabei wird man das Gefühl nicht los, den einen oder anderen Song schon einmal gehört zu haben. Als Mitglied in der Songwriters Hall of Fame hat es Fogerty absolut nötig nicht abzukupfern. Wenn er sich bei seinen Kollegen bedient, dann nur um eines Auferstehen zu lassen – das Gefühl der Musik zu der Zeit als Creedence Clearwater Revival einen Hit nach dem anderen veröffendlichten. Wer damals mit dabei war oder einfach nur das Feeling mag, wird das Album lieben. Alle anderen werden es bis auf einzelne Titel sehr schwer haben.

Anspieltipps:

  • Summer of Love
  • Creedence Song
  • River Is Waiting
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