Pony Up - Make Love To The Judges With Your Eyes - Cover
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Pony Up Make Love To The Judges With Your Eyes


  • Label: Broken Silence
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)“! So drastisch möchte man eigentlich nicht mit der traurigen Wahrheit konfrontiert werden. Der Text dieses Liedes befasst sich jedoch nicht wirklich mit dem Ableben irgendwelcher Haustiere. Viel mehr ist der Titel eine gut gewählte Metapher für das, was uns vier noch junge Kanadierinnen mitzuteilen haben. Nämlich, dass Wahrheiten da sind, um ausgesprochen zu werden.

Haustiere sind für immer niedlich, doch irgendwann müssen sie halt sterben. Menschen übrigens auch. Und die Liebe, die stirbt auch. Und vor allem (wenn nicht gar ausschließlich) mit dem, was die Liebe im Leben an kleinen und großen Dramen bereit hält, setzen sich Sarah Moundrakas (Guitar/Vocals), Laura Wills (Keyboards/Vocals) Lisa J. Smith (Bass) und Lindsay Wills (Drums) auf ihrem Debüt „Make Love To The Judges With Your Eyes“ auseinander. In elf außerordentlich intelligent erzählten und liebevoll vertonten Geschichten, die in den legendären Hotel2Tango Studios in Montreal aufgenommen wurden, wo bereits Künstler wie Fly Pan Am, Handsome Furs und Vic Chesnutt ihre Alben einspielten. Und natürlich Arcade Fire, deren ehemaliger Schlagzeuger Howard Ian Bilerman neben Brian Paulson (Beck, Wilco) auch für Pony Up an den Reglern saß.

Obgleich „Make Love To The Judges With Your Eyes“ ob seiner Konzentration auf die Themenbereiche Beziehung & Trennung fast als Konzeptalbum durchgehen würde, haben Pony Up hier keine musikalische Klagemauer gebaut. Zwar gibt es die düstere, trennungssymbolisierende Schwere durchaus, doch der Mehrzahl der Kompositionen liegt eine Leichtigkeit inne, die es fast unmöglich macht, der Aufforderung „Dance With Me (I Like To Watch“) aus dem flotten Opener nicht umgehend Folge zu leisten. Der stärkste Moment ist jedoch tatsächlich zugleich auch der traurigste: „You ask again what is it that i’m waiting for/ That is a stupid Question/ That is to be sure“ singt Laura Wills im unsterblich schönen „The Best Offence“ und hält den Moment, in dem das Scheitern einer Beziehung wahrhaftig wird, so eindringlich fest, als wäre ihr ein Foto dieses flüchtigen Augenblicks gelungen. Vollendete Melancholie, die „Pony Up“ noch einmal einfangen, wenn im Walzertakt „The First Waltz“ getanzt und etwas wehmütig auf die ersten bitteren Erfahrungen mit der Liebe zurückgeblickt wird.

Was „Pony Up“ besonders macht, ist ihre Qualität als Storyteller. Sie erzählen schmucklos und klar, ohne die große Geste, ohne Kitsch und Verklärung. „Make Love To The Judges With Your Eyes“ wird so zu einem intensiven Werk voller Wahrheiten, welche in solch schlichter Schönheit selten jemand zu formulieren vermochte.

Anspieltipps:

  • Dance For Me
  • The Best Offence
  • The First Waltz
  • The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)
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