Stephen Duffy And The Lilac Time - Runout Groove - Cover
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Stephen Duffy And The Lilac Time Runout Groove


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mittlerweile kann Stephen Duffy auf mehr als ein Dutzend Alben zurückblicken: Der Mitbegründer von Duran Duran, der allerdings schon Anno 1979 die Band wieder verließ, verbucht seitdem mit seinen Soloprojekten durchaus achtbaren Erfolg. Den Durchbruch konnte Duffy, der unter anderem als Songwriter und Co-Produzent an Robbie Williams‘ Album „Intensive Care“ mitwirkte, jedoch erst mit seiner im Jahr 2002 erschienenen Scheibe „Keep Going“ verbuchen, die von Seiten der Kritik hoch gelobt wurde sowie durchaus respektable Verkaufszahlen aufwies.

Nun ist Stephen mit seinem Neuling „Runout Groove“ am Start und holt sich direkt mal ordentlich Verstärkung mit ins Boot: Neben seinen alten Kumpanen, der Band „The Lilac Time“ ist auch Danny Thompson mit von der Partie. Diese Unterstützung nimmt Stephen Duffy dann auch dankend an: So sind Einflüsse aus Jazz und Folk, die Thompson mitbringt, eines der Charakteristika dieser Scheibe, die insgesamt in erster Linie von den passend aufeinander abgestimmten Harmonien sowie den allgegenwärtigen Gitarren lebt. So verwundert auch nicht, dass Songs wie der Opener „Another Time“ dann auch durchaus auf die gute, alte Akustikgitarre beschränkt bleiben und mit etwas gutem Willen die Erinnerung an Altmeister der alten Nashville-Schule heraufbeschwören. Zugleich machen jedoch Songs wie die erste Singleauskopplung „Driving Somewhere“ durchaus Druck und kommen mit deutlich höherem Tempo daher. Stärke dieses Tracks ist Claire Worrall, die Duffy nicht nur in gesanglicher sondern auch musikalischer Hinsicht unterstützt, wie beispielsweise auch bei ihren Backingvocals in „Aldermaston“. Herauszuheben ist außerdem der einzige Coversong der Platte, „Until I Kissed You“, der ursprünglich aus der Feder Don Everlys stammt.

Aber was soll man sagen: Signifikantes gibt es ansonsten eigentlich nicht zu berichten – leider: Weil die Vermutung nahe liegt, dass Stephen Duffy und Band durchaus zu anderen Dingen fähig wären. Insgesamt sticht aus den 12 Tracks eigentlich kein Song richtig heraus, eine Ohrwurmgarantie ist wohl nicht im Preis inbegriffen. Insgesamt erstaunt das schon ein wenig, ist doch der musikalische Level, der hier dargeboten wird, in jedem Fall konkurrenzfähig. Darüber hinaus ist Stephen Duffy unbestritten ein wirklich fähiger Songwriter, wie nicht zuletzt die oben genannten Beispiele nachhaltig darlegen. Aber irgendwie will es ihm auf diesem Album nicht wirklich gelingen, Musik und Text auf eine Art zu kombinieren, die nicht erscheint, als habe man sie schon x-fach gehört – und wieder verdrängt. Soviel zum Thema Ohrwurmgarantie.

Insgesamt liefert Stephen Duffy ein handwerklich durchaus solides Album ab, das jedoch nicht aus dem Gros der allgegenwärtigen Singer/Songwriter-Projekte herauszustechen vermag. Letztlich wird es die kaum existente Eingängigkeit sein, die diesem Album den ganz großen Erfolg verwehren wird. Eigentlich schade – denn ein wenig am Text gebastelt und ein bisschen an der Musik gedreht und das „Prinzip Duffy“ kann durchaus aufgehen – die dazu notwendige Klasse ist in jedem Fall vorhanden.

Anspieltipps:

  • Another Time
  • Driving Somewhere
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