Mattafix - Rhythm And Hymns - Cover
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Mattafix Rhythm And Hymns


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Londoner Duo Mattafix startete nach seinem erfolgreichen Debütalbum „Signs of Struggle“ eine ausgedehnte Tournee, die sie nach Afrika und in viele andere Länder und Kontinente dieser Welt führte. Da kam Sänger Marlon Roudette und Rapper Preteesh Hirji die Idee eine Benefizsingle namens „Living Darfur“ für die Region Darfur im bettelarmen Sudan aufzunehmen. Das ist sicher ein äußerst lobenswertes Projekt und nun der Reihe nach: Mattafix haben sich mit ihrem Mix aus Weltmusik, HipHop, Reggae, Calypso und Drumloops Marke Eigenbau in die Charts gespielt. Sie erweitern ihren Sound nun mit afrikanischen Backgroundchören und auch ein gitarrenlastiger Track wird gesichtet, dem Motto überraschende Klänge zu produzieren bleiben die zwei also treu.

Leider springt aber einfach der Funke nicht über, wie mathematisch ausgerechnet passen die Töne zueinander, die hohe Stimme von Roudette trägt zuwenig Emotionen und es fehlt einfach die Seele in den Songs. Beim Erstling trugen die traurigen Texte und ein wenig die Neugier auf diese neuartige Musik dazu bei, dass man das nicht gleich feststellte, aber bei der wichtigen zweiten CD sticht diese emotionale Kälte heraus. Auch leiden die Tracks unter einer gewissen Gleichförmigkeit, denn trotz aller Mühen rauschen die Töne meist vorbei. Positiv fällt dagegen „Angel“ auf. Mit entspannten Reggaeklängen unterhält das Duo überdurchschnittlich.

Auch „Freeman“ frönt dem karibischen Flair des Reggae, nur wird die einzige musikalische Idee recht eintönig ausgewalzt. Die nötige Abwechslung setzt „Got to lose“, welches mit knallharten Drums und erstmals mit beherrschenden Gitarren aufwartet und eine ungewöhnliche Mattafix-Produktion darstellt, die durchaus angenehm überrascht. Ein besonders gutes Beispiel für die Tatsache, dass die beiden Musiker den Hörer nicht berühren, ist die Ballade „In my life“. Hier wird alles versucht, mit Geigen und Piano Atmosphäre herzustellen, aber der Rapper sprechsingt emotionslos und auch Herr Roudette rettet diese recht monotone und blutarme Nummer nicht.

Schade, Mattafix schaffen es nicht, die vielversprechenden Ansätze ihres Debüts weiterzuentwickeln und mixen ihre Tracks recht wahllos zusammen. Da bleibt nur die Hoffnung auf Besserung und den Wunsch nach frischen Ideen sowie mehr hörbarer Emotion, denn die afrikanischen Chöre erzeugen diese kaum.

Anspieltipps:

  • Angel
  • Got to lose
  • Living Darfur

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