Baby Woodrose - Chasing Rainbows - Cover
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Baby Woodrose Chasing Rainbows


  • Label: Bad Afro/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Baby Woodrose, so nennen sich drei Jungs aus Kopenhagen, deren musikalische Geschichte mit der Einnahme einer gleichnamigen Droge begann. Lorenzo Woodrose, Sänger und Texter der Gruppe, schrieb nach seinem ersten Genuss der Samen der Hawaiian Baby Woodrose im Herbst 2001 nach eigener Aussage „fünf Millionen Songs innerhalb von dreißig Sekunden“. Immer noch unter dem Einfluss dieser Substanz nahm er ein Album mit dem aussagekräftigen Titel „Baby Woodrose Blows Your Mind“ auf, erklärte seinen Dealer kurzerhand zum Gitarristen und fand im Untergrund Kopenhagens auch noch einen adäquaten Schlagzeuger für sein Projekt. Und klar, die Jungs produzieren, der Authentizität wegen, musikalische Entwürfe aus dem weitläufigen Bereich des „Psychedelic Rock“. Soweit die abgefahrene Legende der drei immer noch jungen und wilden Rocker aus Dänemarks Hauptstadt.

Back To Reality, zurück ins Hier und Jetzt: Baby Woodrose veröffentlichen ihr mittlerweile fünftes Studioalbum, nennen es „Chasing Rainbows“ und dürfen, so empfiehlt es zumindest ihr Label Bad Afro Records, vom Plattenhändler gern auch unter 60s Garage oder Indie Pop eingeordnet werden.

Viel Nostalgie umweht „Chasing Rainbows, bereits das Artwork verspricht Erinnerungen an alte (Hippie-) Zeiten. Die werden auch in den Texten wiederentdeckt. Der Aufruf „Make Yourself A Believer/ Make Yourself A Receiver/ Yeah - You Know/ You Gotta Let Yourself Go“ (Let Yourself Go) könnte 1:1 von irgendwelchen Woodstock-Transparenten übernommen sein. Und irgendwo zwischen Creedence Clearwater Revival und Grateful Dead wären auch Baby Woodrose dort mit ihrer Musik nicht negativ aufgefallen. Stilecht auch die Instrumentierung: Effektgeräte aus alten Tagen wurden entstaubt, Cello, Flöten und Tablas prägen den gern ausschweifenden Sound der Dänen, die so überhaupt nicht nach ihrer Heimat klingen mögen. Psychedelisch düstere Klangexperimente (zu finden in „Dark Twins“ und „Renegade Soul“) bleiben eher die Ausnahme, meist geht’s mit verzerrten Gitarren zielsicher in Kreisbewegungen nach vorn. Feine Kompositionen wie „Someone To Love“ oder „Lilith“ lassen zudem den Verdacht entstehen, dass Lorenzo Woodrose seine Songs nicht ausschließlich im Zustand geistiger Umnachtung schrieb, zu klar und präzise sitzt hier jeder Ton genau dort, wo er hingehört.

Nicht nur deshalb darf der musikalische Transfer längst vergangener Tage in die Gegenwart durchaus als gelungen betrachtet werden. „Chasing Rainbows“ beweist, dass Baby Woodrose immer noch stilecht zu unterhalten vermögen – innerhalb von sechs Jahren ist ein solch umfangreicher Songvorrat wie ihn Lorenzo einst anlegte, schließlich nicht aufgebraucht!

Anspieltipps:

  • Someone To Love
  • Twilight Princess
  • Lilith

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