Mando Diao - Never Seen The Light Of Day - Cover
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Mando Diao Never Seen The Light Of Day


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mando Diao verfrachten den Hörer in ein rosarotes Himmelbettchen und wiegen ihn zart in den Schlaf.

Das war’s dann wohl für die bis dato super-erfolgreiche Ehe zwischen Mando Diao und ihrer Plattenfirma EMI. Schluss! Aus! Vorbei! Die fünf Schweden und der Major haben sich derbe verkracht und können überhaupt nicht mehr miteinander. Und deshalb ist der erstaunlich schnell nachgeschobene Nachfolger zu „Ode To Ochrasy“ (08/2006) das letzte (vertragserfüllende) Werk der Jungs aus Dalarna für die EMI. Danach sind sie frei und neben Radiohead (ebenfalls Ex-EMI) mit Sicherheit einer der heißumworbensten vertragslosen Acts auf dem Markt.

Um dem verhassten Vertragspartner auf dem vierten und letzten Studioalbum für ihn noch so richtig schön einen mitzugeben, haben Mando Diao wie trotzige Kleinkinder gehandelt und im Studio gemacht was sie wollten. Gut gemeinte Ratschläge wollten die Schweden schon vordem nicht annehmen. Doch nun machen sie richtig ernst und riskieren damit sogar ihren hervorragenden Ruf: „Wer braucht schon E-Gitarren? Weg damit! Dafür probieren wir es mal mit Streichern. Außerdem können so ein paar verrückte Ideen im The-Coral-Stil (klingelnde Wecker, etc.) auch nicht schaden. Und warum länger als zwei Wochen im Studio verbringen? Rausgeschmissenes Geld!“

Fragt sich nur, wie der Plattenkäufer darauf reagieren soll, wenn die Band unbedingt meint, ihrer baldigen Ex-Plattenfirma ein mutwillig auf schwer verkaufbar getrimmtes Album vor die Füße schmeißen zu müssen. Das verdirbt nämlich auch dem Hörer die Freude. Denn wirklich toll ist es tatsächlich nicht, was uns Mando Diao auf „Never Seen The Light Of Day“ vorsetzen. Dazu sind die Songs einfach zu brav und komisch Sixties-lastig. Doch nicht dass wir uns falsch verstehen: Das Album ist durchaus anhörbar und der Stinkefinger in Richtung Plattenfirma äußert sich nicht in künstlerischem Selbstmord. Trotzdem macht sich schon nach zwei, drei Durchläufen Langeweile breit, weil so gut wie nichts von der alten Aufmüpfigkeit der Schweden hängen geblieben ist. Ausnahmen sind höchstens der feine Folk-Pop-Titeltrack, das akustische Kleinod „Not a perfect day“ und das melodietrunkene, mit einem Country-&-Western-Touch versehene „Misty mountains“. Danach verfrachten uns Mando Diao wieder in ein rosarotes Himmelbettchen und wiegen uns zart in den Schlaf.

Anspieltipps:

  • Misty mountains
  • Mexican hardcore
  • Not a perfect day
  • Never seen the light of day
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