The High Strung - Get The Guests - Cover
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The High Strung Get The Guests


  • Label: Park The Van/CARGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Spirit der Flaming Lips und dem schroffen Glanz von Guided By Voices ausgestattet, haben sich The High Strung aus Detroit vor allem seit dem zweiten Album „Moxie Bravo“ (2006) im weiten Feld der sixties-affinen Rock-Geheimtipps einen beachtlichen Namen erspielt, der leider bisher kaum nach Europa vorgedrungen ist. Dabei macht es das Trio um Sänger/Gitarrist Josh Malerman dem Hörer relativ einfach, ihren unnachahmlich gefühlvollen und musikalisch tief in der großen Musikalität der Sechziger geerdeten Sound in der Seele zu verankern. Ca. 300 Liveshows pro Jahr und die lange Freundschaft der Drei zahlen sich auch beim Drittwerk „Get The Guests“, erneut produziert von Jim Diamond, aus und machen Lust auf einen Gig von The High Strung, die nun hoffentlich bald auch in Deutschland die Bühnen rocken werden. Doch allein zuhause ist das Album ein Genuss, dem man nicht entkommen will.

Initiiert durch pulsierenden Blues und zarte Chorgesänge brennt sich bereits der zweite Song „Maybe You're Coming Down With It“ ins Herz und überzeugt nicht nur, er legt wunderbar für die kommenden Großtaten der Scheibe vor. Lockerflockig akustisch geprägt, spielt sich danach „So Dry“ sonnig und leidenschaftlich die Sorgen von der Seele, während das Piano, die psychedelisch auftrumpfende Gitarre und der raue Klang des Schlagzeuges „The Baddest Ship“ vereinnahmen. Munter und voller Spielfreude geht es Song für Song weiter, wobei man vor allem an der eindrucksvoll harmonisch verspielten Musikalität und rhythmischen Abwandlungen nicht vorbei kommt. Das dabei die Stimme von Josh Malerman nicht groß für Aufsehen sorgt und im Vergleich zur Musik etwas beliebig gelegentlich für Misstöne sorgt, ist ärgerlich, aber bei einer Ballade wie „Childhood“ auch schon wieder vergessen. Während dieses, von einer Akustikgitarre und Hammond-Orgel getragenen Songs kommt seine Stimme eindeutig besser als bei den schnelleren Songs zum Tragen, da dort in den Stimmlagen stellenweise allzu exzentrisch vorgegangen wird und Zurückhaltung den Vocals von Malerman gut zu Gesicht steht.

Das wirbelnde Schlagzeug bei „Watch Me Sustain The Early Days“ sowie das drängende, zwischen Hymne und lauernder Rhythmik pendelnde „The Curator“ geben danach nicht mehr viel Anlass dazu, über den Stellenwert dieser Platte zu grübeln. Ohne Zweifel ist es eine starke Momentaufnahme, die das Zeug für mehr hat, wenn man den guten Eindruck zum Beispiel durch ein erlebtes Konzert ergänzen kann oder die CD in ein paar Monaten wieder genussvoll einlegt. Gründe dafür gibt es während der 50 Minuten auf jeden Fall genug.

Anspieltipps:

  • Maybe You're Coming Down With It
  • Childhood
  • Watch Me Sustain The Early Days
  • Missed Easily
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