Troy Von Balthazar - Troy Von Balthazar - Cover
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Troy Von Balthazar Troy Von Balthazar


  • Label: Sinnbus Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwölf Liter Champagner! Balthazar steht nicht nur für eine Begrifflichkeit in der Abmessung diverser Flaschengrößen Wohlmundenden Schaumweines, sondern ist auch mit dem Sänger der Indie-Formation „Chokebore" in Beziehung zu bringen. Troy von Balthazar begibt sich auf feinfühlige Solopfade und sein Ergebnis ist mindestens genauso prickelnd und genussreich, wie eine gut temperierte Flasche edlen Königweins.

Drei Jahre sind mittlerweile vergangen, seitdem die 1992 in Honolulu gegründete Band ein letztes künstlerisches Lebenszeichen von sich gegeben hat. Als ewiger Geheimtipp verschrien, veröffentlichten „Chokebore” ein Album nach dem anderen, ohne jedoch jemals in der breiten Masse die Anerkennung zu bekommen, die ihnen eigentlich zusteht. Jetzt erscheint das Debüt von Balthazar. Und ebenso wie die Werke seiner Stamm-Kapelle, driftet sein Selbstbetiteltes Werk zwischen SloMo-Rock, bedrückenden wie auch euphorischen Melodien und erpichter Schlichtheit umher. Songs gekennzeichnet von Detailverliebten Arrangements, wohltuender Sanftheit und intensiven Momenten entzückender Schönheit, bei denen man auf jegliche gängigen Kategorisierungen verzichten muss.

Unaufdringlich eingestreute Samples. Behutsam angeschlagene Tasten. Ab und an eine dezente Rhythmusverzerrung. Das beiahe majestätische Spiel mit den gezupften Saiten, sowie eine sich durch das gesamte Album ziehende, fast schon andächtig schleppende Melancholie. So kommt man einer Beschreibung dieser Platte zumindest Ansatzweise ein Stückchen näher. In den Bergen Frankreichs, L.A, Berlin, Hawaii und Leipzig aufgenommen, schuf Troy von Balthazar traumhafte Lieder und zerbrechliche Sound-Miniaturen, die dem Zeitlupenpoprock Chokebores in Faszination und Eindringlichkeit in nichts nachsteht.

Ob „Took Some §§“, „Magnified“ oder „Cover Us“. Selten klangen traurige und niedergeschlagene Töne heilender wie hier. Es ist schier unmöglich den atmosphärisch dichten und so intim wirkenden Geschichten Balthazars zu entkommen. Immer im Mittelpunkt seine stets dominante, aber in jedem Ton auch in sich zu zerbrechen scheinende Stimme, die Stücke wie das akustische „Real Strong Love“ oder die zusammen mit Gesangspartnerin Adeline Fargier zum Besten gegebenen „Dogs“ oder „Perfect“ zu letzterem erwachsen lässt.

Aufgrund seines melancholischen Etiketts vielleicht nicht für jeden Tag geeignet. Aber ebenso wie erlesener Champagner, kann auch das Debüt von Balthazars durchaus zu einem sinnlichen Hochgenuss verführen. Tipp: Auf dem Balkon die allerletzten Sonnenstrahlen sammeln und dabei diese wunderschönen Wohlklänge auf dem Trommelfell zergehen lassen.

Anspieltipps:

  • Took Some $$
  • Magnified
  • Dogs
  • Perfect
  • Cover Us
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