Skindred - Roots Rock Riot - Cover
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Skindred Roots Rock Riot


  • Label: Bieler Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Klasse von „Babylon“ erreicht „Roots Rock Riot“ nicht.

2002 schlug Skindreds Debütalbum „Babylon“ mächtig ein. Allein in den USA verkaufte sich die Scheibe der Waliser mal eben eine viertel Million mal und zog Touren mit Soil, Papa Roach und Sevendust nach sich. Frisch und unverbraucht klang die explosive Mischung aus Reggae, Nu-Metal und Hardcore-Elementen, die auch in Europa große Wellen in der Alternative-Szene schlug. Leider stiegen nach den Touren die Bandmitglieder Jeff Rose (Gitarre) und Martyn Ford (Drums) aus und es musste erst mal Ersatz gefunden werden. Doch die waren bald gefunden und so stießen mikeydemus (Gitarre) und Dirty Arya (Drums) dazu. Mit Benji Webbe (Gesang) und Daniel Pugsley (Bass) blieb das Rückgrad der Band zum Glück erhalten und so konnte der markante, eigentümliche Sound der Band auch auf des zweite Album gerettet werden.

„Roots Rock Riot“ nennt sich das gute Stück, das ganze sechs Jahre auf sich warten ließ. Und als wenn die Jungs es kaum erwarten könnten, knallen im titelgebenden Opener brachiale Riffs durch die Boxen und heizen erbarmungslos ein. Auch Webbe shoutet was die Stimmbänder hergeben und zeigt die Vielseitigkeit seiner unverkennbaren Stimme. Das nachfolgende „Trouble“ lässt schon mehr klare Gesangslinien zu, doch auch hier dominiert der aggressive Nu-Metal-Sound der Truppe. Das anschließende „Ratrace“ stellt die erste Single dar und vereint die Stärken der Band – vom reggaelastigen Gesang bis zu derben Shouts zeigt sich Webbe in Hochform und auch seine Mitstreiter zeigen sich enorm spielfreudig. Dann werden in „State Of Emergency“ die Gitarren für kurze Zeit beiseite gelegt und das erste im Reggae verwurzelte Soundgerüst kommt zu Tage. Schließlich entwickelt sich eine herrliche Fusion aus Reggae und Metal, genauso wie im anschließenden, melodischen „Alright“, das sogar stellenweise eine sehr balladeske Gesangslinie inne hat.

„Destroy The Dancefloor“ überzeugt mit einem treibenden Gitarrenriff, während „Rude Boy For Life“ durch einen Bläsereinsatz überrascht. Auch in „Killing Me“ wird von klassischen Instrumenten Gebrauch gemacht – dieses mal allerdings in Form von synthetischen Streichern auf einem computergenerierten Effekt-Grundstock. „Cause Ah Riot“ switcht im irre Tempo zwischen Hardcore-Riffs und Dub-Sound auf Speed, das einem nichts mehr einfällt – heavy und abgefahren. „Choices And Decisions“ bringt die Platte letztlich zum Abschluss. Schön sind hier vor allem die ruhigen Passagen, in denen Webbe auch mal seine sentimentalen Seiten zeigen kann.

Die Klasse von „Babylon“ erreicht „Roots Rock Riot“ leider nicht. Erste Abnutzungserscheinungen werden sichtbar und auch der ein oder andere schwächere Song, wie das höhepunktlose „Spit Out The Poison“, findet sich auf dem langerwarteten Debüt-Nachfolger wieder. Für genügend, stellenweise wirklich erstklassige Unterhaltung ist aber dennoch ausreichend gesorgt. So können vor allem Fans unbekümmert zugreifen.

Anspieltipps:

  • Ratrace
  • Alright
  • Cause Ah Riot

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