Subway To Sally - Bastard - Cover
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Subway To Sally Bastard


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Neben In Extremo und Schandmaul gelten Subway To Sally als Speerspitze des so genannten Mittelalter-Metal, doch trifft diese Genrebezeichnung nur bedingt zu. Natürlich sind illustre Instrumenten wie die Schalmei oder der Dudelsack zusammen mit knackigen Metalriffs zu hören, der Kern der Musik liegt allerdings in den originellen, oft schwelgerischen Melodien, die von Sänger Eric Fishs eigenwilliger Stimme getragen werden. Da ist es egal ob sie sich wie auf dem 2001er Album „Herzblut“ mal mehr dem Gothic hinwenden oder auch mal das Mittelalter völlig über Bord werfen, so geschehen auf „Engelskrieger“ aus dem Jahre 2003. Subway To Sally haben es bisher immer geschafft sich ihren Zauber zu wahren. Die aktuelle Scheibe markiert nun das 15jährige Jubiläum der Band, doch wer hier von einem besinnlichen Geburtstag ausgeht ist weit gefehlt. Die zwölf Songs auf „Bastard“ zeichnen sich durch eine Frische und Vielseitigkeit aus, wie es sie heutzutage leider viel zu selten zu entdecken gibt.

Die kürzlich zurückliegende Uplugged-Tour scheint ihre Auswirkungen auf das Songwriting für „Bastard“ gehabt zu haben. Frau Schmitts heiß geliebte Geige deutlich prominenter als bei den direkten Vorgängern zu hören und auch der Gesamtsound ist wieder natürlicher geworden. An einigen Stellen ist er zwar ziemlich schroff, dann aber gibt es wieder Momente, die von unglaublicher Wärme begriffen sind. Bestes Beispiel hierfür ist die Ballade „Umbra“, die trotz eines dicken Teppichs aus Geigen und mehrstimmigen Chören zu keiner Zeit überproduziert wirkt. Zudem hebt sich der Refrain wohltuend vom üblichen Einerlei ab.

Doch trotz weiterer wirklich schöner Lieder wie „Unentdecktes Land“ oder „In der Stille“ sind es die lauten Töne, die das Herz wirklich schneller schlagen lassen. Gleich der Opener „Mein Herz brennt“ setzt mit einem Mörderriff alles in Flammen und Gitarrist Ingo bekommt die seltene Gelegenheit einmal solistisch glänzen zu dürfen. Eric Fishs Text ist einmal mehr voll einer poetischen Bildsprache erfüllt, wie sie kaum ein anderer deutscher Künstler mit einer solchen Intensität zustande bringt. Immer schaffen es die Songs ihre Emotionen dem Hörer zu vermitteln. Sei es Sehnsucht („Auf Kiel“), Einsamkeit („Die Trommel“) oder pure Aggression („Hohelied“).

So lange man dann auch sucht, man mag einfach kein schlechtes Lied auf dem Album findet. Das orgastische Schlagzeugspiel bei „Voodoo“, der mephistolische Gesang bei „Puppenspieler“, all das schafft es den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Und über das Highlight „Tanz auf dem Vulkan“ ist nicht mehr zu sagen, als dass der Songtitel nicht zu viel verspricht. „Tanz solange die Musik spielt / dreh dich einmal voll und ganz / Dreh dich einmal um die Sonne / dass die Welt vorüber fliegt“, verlangt Eric Fish in diesem Lied, bei so einer Scheibe ist das gar kein Problem!

Anspieltipps:

  • Voodoo
  • Hohelied
  • Meine Seele brennt
  • Unentdecktes Land
  • Tanz auf dem Vulkan
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