Kano - London Town - Cover
Große Ansicht

Kano London Town


  • Label: 679 Recordings/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kane Brett Robinson, Künstlername Kano, veröffentlicht nach zwei Jahren nun seinen zweiten Longplayer. Der britische Rapper heimste 2004 bei seinem Debüt „Home Sweet Home“ enormes Kritikerlob ein und gewann auch Newcomerpreise wie den MOBO. Seine Mischung aus Rap, R'n'B, Rock und Electro faszinierte alle Black-Music-Hörer, die gern etwas neues präsentiert bekommen. Mit Craig David-Produzent Fraser T.Smith, Vybz Kartel-Producer Don Corleone und dem jungen Mikey J. komponierte Kano alle elf Songs des Zweitlings.

Als Gäste kann Kano Blur-und Gorillaz-Frontmann Damon Albarn, Craig David, Kate Nash und Vybz Kartel begrüßen, die gerne mit dem 22jährigen Londoner zusammenarbeiteten. Kano legt in seinen Rap-Parts atemberaubende Schnelligkeit vor und textet genregemäß großspurig aber auch zweifelnd zugleich. Die frischen Ideen, die sich in den ungewohnten Beats aus den obengenannten Genres äußern, begeistern den Hörer, denn die Tracks bergen sehr viel musikalische Abwechslung.

Der Opener „The Product“ beeindruckt mit düsterer electronischer Klanglandschaft, die Kano mit seinem schnellen Sprechgesang noch dunkler erscheinen lässt, eine fast perfekte Verbindung von Electro und Rap, die ihren Höhepunkt in der verfremdeten Stimme am Ende besitzt. Der Titeltrack „London Town“ ist dann eher ein klassischer HipHop, wobei die Beats recht abwechslungsreich klingen. Der jamaikanische Reggae- und Dancehall-Star Vybz Kartel führt den jungen Kano an seine jamaikanischen Wurzeln, bei dem Song vibriert der Tanzboden, wobei die Rapkünste des Herrn Robinson immer wieder beeindrucken.

„Bad Boy“ wurde mit Craig David aufgenommen, dessen Backgroundgesang und die auffälligen Electrobeats unterstützt Kano mit seinen erwähnten hervorragenden Rapfähigkeiten. Wer immer dachte, Akustikgitarre und Rap passen nicht zusammen, wird von Kano eines Besseren belehrt: „Fightin' the nation“ lässt zweieinhalb Minuten diese Kombination zu und das klingt wirklich gut. Kano rappt sich in Rage, singt sogar richtig und zum Ende hin kommen dann noch härtere Beats dazu, die teilweise mit Sirenengeheul unterlegt sind. Der aufrüttelnde Text behandelt dabei die alltäglichen gewalttätigen Kämpfe in Kanos Heimat East London.

Die zweite Kollaboration auf diesem Longplayer mit Craig David namens „This is the girl“ wurde clever als erste Singleauskoppelung ausgewählt, denn hier zelebriert Meister David wieder die Vermischung von R'n'B, Pop und HipHop, die fast den eingängigsten Track auf der CD darstellt: Mit der bekannt hellen Stimme Davids, die Timberlake recht nahe steht, schraubt sich die Melodie in den Gehörgang und verlässt ihn nicht mehr so schnell, denn recht fette Beats gepaart mit den so verschiedenen Tonlagen der beiden ergibt eine spannende Mixtur, die eindeutig Hitgarantie besitzt.

Zum Schluss des Albums gibt sich auch noch die Newcomerin Kate Nash die Ehre und beweist, dass ihre Stimme nicht nur diesem Song den gewissen Pep verabreichen kann. Wer also Sympathie für Black Music sein Eigen nennt und einen unverbrauchten Songwriter fördern will, kauft einfach dieses vielversprechende zweite Werk des Londoner MCs und bewundert den frischen Wind, den Kano ins Genre bringt.

Anspieltipps:

  • Bad Boy
  • Fightin' the nation
  • This is the girl
  • Me and my microphone

Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „Kano“
comments powered by Disqus