Kevin Devine - Put Your Ghost To Rest - Cover
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Kevin Devine Put Your Ghost To Rest


  • Label: Defiance Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Put Your Ghost To Rest“ ist ein solides Indie-Rock/Songwriter-Album.

Auf der Suche! Er schreibt zweifelsohne schöne Lieder. Seine Texte haben Substanz und stimmen zum Nachdenken. Seine Melodien prägen sich ein. Was fehlt, ist dieser individueller Erkennungswert, der Kevin Devine von seinen Gitarrezupfenden Kollegen abheben könnte. Der 26jährige New Yorker machte das erste mal in seiner Rolle als Frontmann der Indie/Punk/Emo-Band Miracle Of 86 auf sich aufmerksam, die ihrem musikalischen Dasein nach zehn Jahren ein stilles und leises Ende bereiteten. Nach drei Solo-Studioalben und Jahren künstlerischen Schaffens, in denen er sich (leider wenig erfolgreich) zusammen mit anderen Musikern gegen die erneute Präsidentschaft des amerikanischen Kriegs-Oberhauptes Bush engagierte und außerdem den Tod seines Vaters miterleben und verarbeiten musste, erschien sein neustes Album bereits im Oktober letzten Jahres in den USA.

Nun ist „Put Your Ghost To Rest“ mit einiger Verzögerung auch auf dem europäischen Markt angekommen. Und der Mann aus Brooklyn bleibt sich, und seinen musikalischen Vorlieben treu. Auch hier stehen wieder die simplen Gitarrenmelodien im Vordergrund. Liebevoll und einfach gestrickte Indie-Stücke, die jedoch fröhlicher, entspannter und eingängiger klingen wie je zuvor. Ob „Brooklyn Boy“, „Heaven Bound And Glory Be“ oder „You’ll Ending Up Joinig Them“. Akustischer minimalistischer Gitarren-Pop, der mit seinem ruhigen und melancholischen Grundtenor auch ohne weiteres für TV-Soundtracks wie „O.C. California“ oder „Grey’s Anatomy“ geeignet wäre. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, diesen und jenen Song bereits schon einmal gehört zu haben. „You’re Trailing Yourself“ erinnert sehr an Indie-Pop Marke „Death Cab For Cutie“, während einem das mit Country-Anstrich versehene „Less Yesterday, More Today“ eher dazu anspornt, alte Ryan-Adams-Platten aus dem Schrank zu kramen und in den Player zu schieben.

Die meisten Stücke des Albums wirken trotz ihres kurzweiligen Unterhaltungswert im Ergebnis doch auffällig nach einem Gemenge aus Bright Eyes (nicht nur wegen Devines stimmlicher Ähnlichkeit zu Conor Oberst) und Elliott Smith. Aber mit dem alles überragenden „Me And My Friends“ schüttelt er dann schließlich doch noch ein wunderschönes Ass aus dem Ärmel, das mit einem zuckersüßen Refrain und seiner sich beinahe überschlagenden Stimme den eindeutigen Höhepunkt des Albums stellt. Im Großen und Ganzen ist „Put Your Ghost To Rest“ ein solides Indie-Rock/Songwriter-Album geworden. Nicht mehr und nicht weniger! Seine zum größten Teil doch sehr ruhig ausgefallenen Stücke können sich nicht bestimmt von der Masse ähnlicher Künstler abheben. Aber er ist jung und das Potential zu weitaus mehr ist „unwiederhörlich“ vorhanden. Weitermachen. Weitersuchen !

Anspieltipps:

  • Brooklyn Boy
  • Me And My Friends
  • You’ll Only Ending Up Joining Them

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