Diverse - Skandal! Mir Feiern A Bayerische Band - Cover
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Diverse Skandal! Mir Feiern A Bayerische Band


  • Label: Global Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist Zeit für ein Jubiläum, auch wenn es kein rundes ist. Aber 30 Jahre Spider Murphy Gang – das will und muss gefeiert werden! Denn was Bap für Köln ist, stellt die Spider Murphy Gang für München dar, auch wenn die musikalische Basis der Bands grundverschieden ist. Beide Gruppen singen zwar im heimischen Dialekt, doch während Wolfgang Niedeckens Rheinländer auf den Spuren amerikanischer Songwriter wandeln, steht die Spider Murphy Gang um Mastermind Günther Sigl für urwüchsigen Fifties/Sixties-Rock’n’Roll, der auch ohne die Charthits der 80er Jahre als erfolgreich gilt, denn die Spiders zählen auch nach drei Dekaden im Music Biz zur Sparte der gerne und häufig gebuchten Live-Bands.

Zu jedem anständigen Jubiläum gehört natürlich ein amtliches Tribute-Album, was ja grundsätzlich auch eine gute Sache ist. Allerdings wurde durch vergurkte Tribute schon mehr als ein Jubiläum zu einer Trauerfeier. Entweder lag es an der mangelnden Klasse oder an der Einfallslosigkeit der covernden Künstler. Doch auf „Skandal! Mir feiern a bayerische Band“ gelingt das selten leichte Vorhaben „Kollegen covern Kollegen“ mit Bravour, was selbstredend mit der Auswahl der Songs zu tun hat (man darf auch schon mal einen Hit weglassen), aber vor allem mit den beteiligten Künstlern.

Bei jedem Interpreten auf „Skandal! Mir feiern a bayerische Band“ spürt der Hörer sofort eine persönliche Verbundenheit zur Spider Murphy Gang. Ganz klar: Auf dieser Platte macht niemand aus Versehen oder wegen seines großen Namens mit. Den Künstlern ist es ein ehrliches Anliegen, ihren individuellen Beitrag zum Spider-Murphy-Gang-Jubiläum abzuliefern. Da werden die Lieder nicht einfach nachgespielt, sondern im Stil der eigenen Klangkennung gecovert. Jungfüchse wie die Killerpilze machen deshalb auf Punkrocker („Skandal im Sperrbezirk“), EAV-Sänger Klaus Eberhartinger gibt wie gewohnt den Schlawi(e)ner („Rock’n’Roll Rendezvous“), Willy Astor agiert im Stile seiner „The Sound Of Islands“-Reihe („Sommer in der Elisabeth“), Blumentopf verhiphoppen „Amerika“, Rainhard Fendrich (noch ein Österreicher!) hadert mit der fragwürdigen Münchner „Schickeria“ und Claas Vogt feat. B. Flintstone liefern last but not least eine geniale Version des Chuck Berry/Spider Murphy Gang-Stücks „Autostop“ ab. Am Schluss darf sogar noch Comedian Michael Mittermeier seine siebenminütige Dank- bzw. Heiligsagung an Murphy Barny und Spider Günther aufsagen. Eine runde Sache und ein von vorne bis hinten gelungener Tribute-Sampler.

Anspieltipps:

  • Schuitog
  • Schickeria
  • Sommer in der Elisabeth
  • Rock’n’Roll Rendezvous
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