Engel - Absolute Design - Cover
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Engel Absolute Design


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach einem kürzeren Aufenthalt bei In Flames, einer missglückten Etablierung mit Gardenian und den derzeit in Warteschleife befindlichen Passenger, hat Niclas Engelin sein neues Bandprojekt Engel äußerst behutsam in Angriff genommen. Für die Auswahl der Mitmusiker, die letztendlich in Mangan Klavborn (Gesang), Marcus Sunesson (Gitarrist), Michael Hakansson (Bass) und Mojjo alias Daniel Moilanen (Schlagzeug) gefunden wurden, nahm er sich ausreichend Zeit und die Suche nach einem Plattenlabel geschah ebenfalls ohne jegliche Hast. Nachdem ihm bereits unzählige Verträge angeboten worden waren, die unter anderem durch den Titel „Beste Band ohne Vertrag 2006“ des englischen Metal Hammer und die Kür zur „Demo des Monats“ im deutschen Rock Hard, immer mehr zunahmen, entschied er sich letztendlich für Steamhammer.

„Wir haben es geschafft, einen Vertrag bei der besten Plattenfirma der Welt zu bekommen. Steamhammer/SPV ist für diese Musikrichtung einfach die Ideallösung. Jetzt geht es darum, weiterhin auf unsere Visionen fokussiert zu bleiben und alles zu tun, um sie in die Realität umzusetzen. Und genau das geht nur mit einem starken Team“ erklärt Engelin stolz und fügt im selben Atemzug hinzu, dass „Global domination“, das mindeste ist, was er mit seiner Band anstrebt. Ob das zu hoch gegriffen ist, wird sich zeigen, das Debüt „Absolute design“ hat auf jeden Fall schon einmal mehrere Kracher parat, die die Vision des Bandleaders einen Schritt weiter nach vorn bringen könnte.

Besonders stark sind Engel, wenn die düstere Atmosphäre in den Vordergrund tritt und zusammen mit den Industrial-Einflüssen eine morbide Stimmung generiert wird. Doch auch die ungezügelten Stücke wie „Propaganda“ oder „Calling out“ verlieren durch die Produktion von Anders Friden (Sänger von In Flames) und Daniel Bergstrand (In Flames, Meshuggah) nichts von ihrer Durchschlagskraft, lediglich die häufig eingestreuten, klar gesungenen Parts, die meist im Refrain eingebaut werden, sorgen für einen allzu starken Gegensatz zu den sonst rauen Vocals von Klavborn. Darüber hinaus lässt der dichte Sound der tiefer gestimmten Äxte die Songs oftmals in Bombast umschlagen, was die Tracks überladen wirken lässt.

Das größte Manko bleibt aber dennoch die Verwässerung durch die beinahe schon fast Emo-ähnlichen Parts, die einen bitteren Killswitch-Engage-Nachgeschmack hinterlassen. Blendet man diese gedanklich aus, bleibt ein stimmungsvolles Album, das mit überdurchschnittlichem Songmaterial angehäuft ist, dieses aber nicht angemessen umsetzt.

Anspieltipps:

  • Calling Out
  • Propaganda
  • In Splendour
  • Next Closed Door

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