We Make Music - In A Living Room - Cover
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We Make Music In A Living Room


  • Label: Monkey/Broken Silence
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn der große Hall vom „Quiet Is The New Loud“-Hype verflogen ist, gibt es eine Vielzahl an Bands und Songschreibern, die mit akustischer Musik und viel Gefühl auf höchstem Niveau die Menschen begeistern. Gerade weil der Hörer gewöhnlich schnell dazu neigt, sich in England und den USA umzuschauen, soll in diesem Fall auf eine Band aus Österreich hingewiesen werden, die 2002 von Cornelia Liebhart sowie Christian Benedikt in Wien aus der Taufe gehoben wurde. Das Debüt von We Make Music, „In A Living Room“, kam bereits im Frühjahr 2007 als Kleinstauflage heraus und wird zum Glück nun auch offiziell veröffentlicht. Dass der Albumtitel programmatisch gewählt ist, wird schon in den ersten Minuten deutlich, wenn auf charmant unspektakuläre Art und Weise Akustikgitarre, Violine, Glockenspiel und zarte Percussions eine so gemütliche Atmosphäre schaffen, dass man die Welt um einen herum vergisst und sich ganz in dieser so wunderbar natürlichen Form des Ausdrucks verliert.

Man fühlt sich direkt an den Aufnahmeort versetzt und würde sich nicht wundern, wenn das Septett von We Make Music gleich vor der Haustür steht und sich zum gemeinsamen Musizieren, Kaffee trinken und Plaudern anmeldet. Gerade diese Authentizität und der jederzeit spürbare Wille zum großen Song macht aus „In A Living Room“ eine überaus bezaubernde Platte, der nicht nur der Wille anzumerken ist, sondern diesen auch scheinbar spontan in zeitlos herzlichen Songs umsetzt. „Emma´s Song“ ist mit seiner sehnsüchtigen Violine, dem eindringlichen Rhythmus der Conga und dem zweistimmigen Gesang von Cori sowie Benny bereits der erste Song, der herausragend aus den Boxen purzelt. Die Qualität lässt auch im folgenden „Systematic“ (man höre nur wieder diese Violine und den perlenden Percussion-Takt) keinesfalls nach, sondern setzt sich in bester Manier fort. So verhält es sich mit dem kompletten Album, das in seiner einstündigen Pilgerfahrt durch romantisch bedachte Echtheit alles richtig macht.

Wann immer der zweistimmige Gesang, das entzückende Piano und die stets für Gänsehaut sorgende Violine einsetzen, und das ist nicht selten, vergrößert sich die Liebe zu einem Album, welches ganz sicher eine breitere Öffentlichkeit verdient hat. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der offiziellen Band-Homepage Hörproben abholen und das sollte hiermit jedem ausdrücklich empfohlen werden. We Make Music haben den ersten Schritt gemacht und weitere werden hoffentlich folgen, wie auch einige Konzerttermine in Deutschland, die für alle, die diese Scheibe erst einmal lieb gewonnen haben (und das sollte nicht allzu lange dauern) einen sehnlichen Wunsch darstellen.

Anspieltipps:

  • Emma´s Song
  • Systematic
  • Risk It All
  • Changes Into Right

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