Eagles - Long Road Out Of Eden - Cover
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Eagles Long Road Out Of Eden


  • Label: ERC/Universal
  • Laufzeit: 91 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Eagles stellen für Amerika dasselbe dar, wie der VW Käfer für Deutschland: Unzertrennliche Historie.

Nach satten 28 Jahren Studio-Funkstille melden sich die mit mehr als 120 Millionen verkauften Alben erfolgreichsten Westcoast-Rocker der Musikgeschichte zurück zum Dienst. Nach diversen Soloprojekten der Herren Joe Walsh, Glenn Frey, Timothy B. Schmit und Don Henley, gelegentlichen Wiedervereinigungen anlässlich von Benefizkonzerten, großen und kleinen Tourneen oder entspannten „Unplugged“-Auftritten steht ab November 2007 mit „Long Road Out Of Eden“ das siebte Studioalbum der werten Eagles in den Läden. Entsprechend hoch sind die Erwartungen und vermutlich auch nicht zu aller Zufriedenheit erfüllbar.

Auf „Long Road Out Of Eden“ hat das kalifornische Quartett auf den ersten Blick alles richtig gemacht. 20 Songs, verteilt auf zwei CDs mit 91 Minuten Spielzeit, sind alles andere als ein Schnellschuss oder der Versuch einer Fan-Abzocke. Seit Ende 2001 werkelten die Eagles an neuen Songs und sie sind ihrem Stil absolut treu geblieben. Sie verbinden wie schon vor drei Dekaden schöne Harmoniegesänge mit Country-, Rock- und Folk-Elementen, würzen ihre Lieder mit dezenten politischen Statements („Frail grasp on the big picture“, „Business as usual“, „Long road out of eden“) und setzen voll auf den AOR-Zug.

Dazu passt, dass das Album in Amerika ausschließlich in Kaufhäusern der Walmart-Kette zu bekommen ist. Damit würde man normalerweise nicht für die Billboard Charts gewertet werden, da es gegen die Statuten der Hitparadenmacher verstößt. Doch diese änderten eigens für die Eagles ihre Richtlinien und zählten die Walmart-Abverkäufe mit. Und siehe da, „Long Road Out Of Eden“ stieg von null auf eins in die US-Album-Charts ein – noch vor den Backstreet Boys (Platz 7) und Britney Spears (Platz 2), deren Fans sofort einen Betrug witterten und heftigst protestierten. Aber gegen die Eagles hat die gefallene Pop-Prinzessin zurzeit keine Chance. Denn auch in Großbritannien blieb der Unten-Ohne-Fetischistin lediglich Platz zwei hinter den Rockveteranen.

Die Eagles stellen für Amerika dasselbe dar, wie der VW Käfer für Deutschland: Unzertrennliche Historie. Da kann es den Herren nicht übelgenommen werden, dass nicht alle der 20 Stücke zünden. Das wäre vermessen und ungerecht. In diesem Fall gilt: Lieber zwei, drei Songs, die der Hörer überspringen kann, als eine Mogelpackung mit acht, neun Songs, von denen die Hälfte aus dem letzten Loch pfeifen. So aber hat der Konsument ein üppiges Angebot erwachsener Musik vor sich, aus dem sich mit vollen Händen aussuchen lässt. Da gesellen sich mitunter Latin- und Tex-Mex-Einflüsse in den Sound oder es wird im zehnminütigen Titelsong mit Präsident Bush abgerechnet. Auf der anderen Seite gehen Stücke wie die Singleauskopplung „How long“ sofort ins Ohr und schmeicheln sich Balladen wie „Lying eyes“ und „Too busy being, fabulous“ sanft beim Hörer ein. Typisch die Eagles eben, auch wenn auf „Long Road Out Of Eden“ kein „Hotel california“ zu finden ist.

Anspieltipps:

  • How long
  • Do something
  • Business as usual
  • Long road out of eden
  • I don’t want to hear any more
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