Silversun Pickups - Carnavas - Cover
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Silversun Pickups Carnavas


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kalifornier fixieren sich bei ihrem Debüt nicht darauf Ideen zu klauen, vielmehr versuchen sie ihren eigenen Sound zu etablieren, der die Indie-/Alternativ-Rock-Schiene nie verlässt.

Dem Vergleich mit den Smashing Pumpkins begegnen die Silversun Pickups wohl jeden Tag. Besitzt ihr warmer, aber trotzdem roher Sound eben einige Parallelen zu Billy Corgans Ex-Truppe. Aber die Kalifornier fixieren sich bei ihrem Debüt nicht darauf Ideen zu klauen, vielmehr versuchen sie ihren eigenen Sound zu etablieren, der die Indie-/Alternativ-Rock-Schiene aber nie verlässt.

Sich auftürmende Gitarrenwände, gepaart mit staubigen Keyboard-Sounds vermengen sich zu einem teilweise wüsten und stets verzerrtem Eigenklang. Ein strikter Basslauf und zackige Drums unterlegen dabei das brodelnde Gemisch des in Los Angeles beheimateten Vierers. Frontmann Brian Auberts Gesang wechselt zudem ständig zwischen sanftem Klagen und fragilem Geschrei und verleiht dem Ganzen einen melancholischen Touch und „Carnavas“ durchaus seinen Reiz.

„Melatonin“ verleiht bereits einen guten Überblick über die Zutaten, die Silversun Pickups zusammenmixen: Stark verzerrter Gitarrensound drängt sich sofort in den Vordergrund einer leicht bewölkten Rock-Midtempo-Nummer, während Auberts prägnantes, aber zart wirkendes Organ dem Song Silversun Pickups’ Stempel aufdrückt. In Melancholie verpackte Melodien, oft nur von der Rhythmussektion getragen, wechseln sich auf „Carnavas“ ständig ab mit mächtigen Stromgitarren-Wänden. Gutes Beispiel hierfür ist „Well Thought Out Twinkles”: Der ständige Wechsel zwischen einem mörderisch rockenden Part und einer verhaltenen Passage sorgt für einen spannenden Kontrast. Auch das anschließende „Checkered Floor“ spielt mit den Gegensätzen und startet zurückhaltend, wird dann aber stetig lauter und fährt schließlich wieder die gewohnt verzerrte „Soundwall“ auf.

„Waste It On“ erzeugt mit sphärischer Keyboard-Untermalung und einem trocken groovenden Bass eine düstere Atmosphäre, die mit den Sonnenstrahlen aus „Lazy Eye“ schnell wieder aufgerissen wird. Der positivste Song auf „Carnavas“. Mit dem folgenden „Rusted Wheel“ und „Three Seed“ kehrt man aber wieder zurück zu schwermütigen, stimmungsvollen Aufbauten, die das Gesicht der Platte eigentlich ausmachen. Daher ist es auch überraschend, dass „Common Reactor“ das Album heiter und schwungvoll abschließt. Ein solides Debüt, das Silversun Pickups mit Hilfe von Dave Cooley (Rolling Blackouts), Tom Biller (Sean Lennon, Jon Brion) und Tony Hoffer (Beck, The Kooks, Belle & Sebastian) aufgenommen haben. Doch es bleibt abzuwarten, wie sich die noch junge Band in Zukunft entwickeln wird. Potential scheint auf jeden Fall ausreichend vorhanden.

Anspieltipps:

  • Well Thought Out Twinkles
  • Waste It On
  • Lazy Eye
  • Common Reactor
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