Alicia Keys - As I Am - Cover
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As I Am


  • Label: J Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
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9/10 Unsere Wertung
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Entweder hat es Alicia Keys nicht besonders eilig, vielleicht hat sie auch zu viele Verpflichtungen neben der Musik, oder ihr großer Erfolg sorgt schlicht und einfach dafür, dass zwischen ihren Studioalben immer so viel Zeit vergeht. Denn die 27-Jährige legt mit „As I Am“ erst ihre dritte Platte nach „Songs In A Minor“ (09/2001) und „The Diary Of Alicia Keys“ (12/2003) vor, die sich weltweit zusammen über 20 Millionen mal verkauften und der New Yorkerin neun Grammys bescherte. Auf jeden Fall legt die Songschreiberin sehr viel Wert auf Qualität, was der wichtigste Grund für die Entstehungsdauer ist. Doch dass es sich lohnt, auf ausgefeilte Qualitätsware zu warten, zeigt auch dieses Album wieder sehr eindrucksvoll.

Unterstützung bei den Studioarbeiten erhielt Alicia Keys von der Hit-Produzentin Linda Perry (P!nk, Christina Aguilera, Celine Dion), Singer/Songwriter-Kollege John Mayer, dem HipHop-Produzenten Swizz Beatz (DMX, Jay-Z, Mary J. Blige), Jack Splash (John Legend, Groove Armada, King Britt) sowie Arrangeur, Produzent, Keyboarder und Songwriter Mark Batson (Beyoncé, Nas, James Blunt). Auch Alicias langjähriger „Krucial Keys“-Produktionspartner Kerry Brothers war wieder an der Entstehung des Albums beteiligt. Dass viele Köche den Brei nicht zwangsläufig verderben müssen, zeigt das zeitgleich erschienene Album von Celine Dion („Taking Chances“). Aber auch „As I Am“ ist ein Paradebeispiel für ein wunderbar ausgewogenes Werk, bei dem fast jede Idee sitzt, Sinn macht und einfach gut klingt. Soul, HipHop, Jazz, Funk und R&B werden auf diese Weise zu einer modernen Klangschicht verwoben, die gepaart mit der wohl besten Gesangsleistung in Alicia Keys’ Karriere von vorne bis hinten funktioniert.

Warum sollen in „Go ahead“ nicht HipHop-Beats und Alicias Klavierspiel parallel agieren dürfen? Wer hat, der hat eben! Es muss ja nicht immer so dezent grooven wie in „Superwoman“, das fraglos einer der Höhepunkte des Albums ist. Wenn z.B. in „No one“ ein Klavierlauf erklingt, bei dem der Hörer schon nach den ersten Noten begeistert konstatieren muss „ja, das ist es!“, dürfen auch die Beats von Kerry Brothers ruhig etwas dicker auftragen. „No one“ zählt definitiv zu den Top-Songs des Jahres 2007 und stellt ein Lied dar, das die Black Eyed Peas sicher schon immer schreiben wollten. Noch ist es ihnen nicht gelungen.

Auch Soul-Balladen wie „Like you’ll never see me again“ haben heuer mehr Biss. Das liegt aber nicht nur am verschärften Groove. Dezente Gitarren- und Streicherklänge verstärken die Atmosphäre nochmals, genau wie ein männlicher Duettpartner (John Mayer) im wunderschönen „Lesson learned“ ein echter Gewinn ist. Dazu werden rhythmische Feuerwerke in den Himmel geschossen („I need you“), kurze Pianostücke zum sofortigen Verlieben eingestreut („Prelude to a kiss“) und fast am Ende des Album echte Meisterwerke quasi versteckt („Tell you something“). Wenn dafür nicht der 10. Grammy herausspringt, dann läuft etwas verkehrt...

Anspieltipps:

  • No one
  • Superwoman
  • Lesson learned
  • Teenage love affair
  • Prelude to a kiss
  • The thing about love
Dieser Artikel ging am um 12:49 Uhr online.
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