Metric - Grow Up And Blow Away - Cover
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Metric Grow Up And Blow Away


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Fans lieben sie, die Kritiker finden höchstens seicht negative Worte: Alle lieben Metric. Es ist wirklich bewundernswert, wie sie sich so genannte Hypes durchsetzen. Einer ruft, dass Kanada gute Bands am Band hervorbringt und schon glaubt die Masse, dass ALLE Bands aus diesem Lande die absoluten Renner sind. Metric kann auch anders, wie die Gruppe um Frontfrau Emily Haines mit dem letzten Output „Live It Out“ bewiesen haben. Frei der Weisheit folgen „Wer einmal ein Rezept gefunden hat“, backen die Nordamerikaner immer wieder dieselben Brötchen. Da ist es fast schon beruhigend, dass es sich bei „Grow Up And Blow Away“ um ihr Debüt handelt.

Wirkt das neueste Werk von Metric irgendwie gezwungen ist diese Platte, die aufgrund der damaligen Übernahme durch Rykodisk nie herausgebracht wurde, vielseitiger. Gleich die Eröffnung durch „Grow Up and Blow Away“ ist ein erfrischender Song mit schwarz angehauchten Lyrics. Der Hörer versteht auch sofort, warum Fans diese Formation so lieben: Haines Stimme ist keine Weltneuheit, aber es ist eine dieser ausdrucksstarken und doch lieblichen Stimmen, die einen auf Wolken tragen können, aber auch die nötige Schroffheit und Coolness haben können (ein wunderbares Beispiel dafür ist das gesprochene Stück „Rock Me Now“). Der Song dazwischen „Hardwire“ hängt ein klein wenig in der Luft und hat nicht den Ohrwurmcharakter wie ein „On The Sly“ was nicht mit Einfallsreichtum glänzt aber solides Elektro-Rock-Handwerk ist. Aber dann sind da Lieder wie „The Twist“, die durch tangoartiges Piano Charakter und Pluspunkte sammeln und verwerten.

Erst jetzt beginnt mit „Soft Rock Star“ das durchschaubare Element zu nerven. Ein paar Ohrwurmsingles sind ja ok, aber man kann es übertreiben. Die Songs mit den prägnanten Namen „Raw Sugar“ und „White Gold“ holen dann aber noch einmal das Beste aus Metric heraus. Hier finden sich Anklänge à la Sia und Emily zeigt, wie sie ihre Stimme einzusetzen weiß. Die Songs gewinnen durch den groovigen Einsatz der Synthies einen tieferen Charakter als die ganzen fröhlichen Sommersongs, die sich irgendwie gleich anhören. Den eigentlichen (den Remix von „Soft Rock Star“ lassen wir mal außen vor) Abschluss gibt dann „London Halflife“ und einen Moment fragt man sich, warum jeder Musiker, egal woher er auch kommt, über die englische Hauptstadt singen zu müssen. Sei es drum. Wieder ein Song der Marke solide. Ein Wort, welches das Gesamtbild, welches das Album hinterlässt gut wiedergibt. Der ein oder andere Track zeigt was Metric sein könnten, wenn sie sich nicht damit begnügt hätten als Soft Rock Stars angesehen zu werden.

Anspieltipps:

  • The Twist
  • Raw Sugar
  • Grow Up And Blow Away
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