Beck - Sea Change - Cover
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Beck Sea Change


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Kranke, das Innovative bleibt dezent im Hintergrund.

Beck Hansen gehört zu den erfreulichsten und wohl auch sprunghaftesten Erscheinungen im Musikbusiness. Mal lässt er auf seinen Alben ein souliges Funkmonster wüten ("Midnight Vultures", seine letzte Ausgeburt), dann packt er die Klampfe raus und übt sich als erwachsener Songwriter.

Und genau das macht Beck hier auf seinem neuen Album "Sea Change". In stoischer Ruhe greift er zur Akustischen, widmet sich dem wahren Song, ohne viel Schnickschnack. Wenig ist übriggeblieben vom Beinahe-Kastraten der frühen Beck-Jahre, der fatalistisch "I'm A Loser" anstimmte und der den jugendlichen Stil stets als seinen zweiten Vornamen betrachtete. Sicher ist auch "Sea Change" hier und da verschroben, aber immer mit einem Understatement versehen, das alles sehr dezent und locker daherkommen lässt.

"Paper Tiger" überrascht mit einer kaum erhofften E-Gitarre und einem hier wohl nun gar nicht zu erwartendem Streichorchester. Das melodieselige "The Golden Age" gar ist von einem geradezu sphärischen Background getragen und auch "Sunday Sun" dreht sich zum Ende hin selbst den Hals um.

Wie gesagt: Das Kranke, das Innovative bleibt dezent im Hintergrund und so ist "Sea Change", vielleicht auch dank Nigel Goodrich (Travis, Radiohead), ein teilweise melancholisches, aber vor allem harmonisches Album geworden, das man so von dem 32-Jährigen nach seinen Funk-Exzessen und LoFi-Ausflügen nicht unbedingt erwartet hätte. "Sea Change" schließt nicht an das - auch geniale - "Midnight Vultures" an, sondern vervollständigt den Trend, den das 98er Meisterwerk "Mutations" mit seiner Ohrwurm-tauglichen Vielseitigkeit bereits eingeschlagen hatte.

Beck ist auf dem besten Wege, einer der größten Songwriter zu werden, den die USA jemals hervorgebracht hat und "Sea Change" ist ein weiterer Meilenstein voller Kleinode wie "Lonesome Tears" oder "The Golden Age". Dass es nicht zu einer höheren Wertung gereicht hat, liegt einzig daran, das es hier und da einen Song gibt, der aus dem schönen Rahmen fällt, aber ansonsten ist die neue Beck ein rundum empfehlenswertes Stück Musik.

Anspieltipps:

  • Paper Tiger
  • The Golden Age
  • Lonesome Tears
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