Feeder - Pushing The Senses - Cover
Große Ansicht

Feeder Pushing The Senses


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein insgesamt gutes Album, das vor allem durch ausgefeilte Arrangements und gutes Songwriting besticht.

Es gibt zwei Gesichter von der Band Feeder aus Großbritannien. Einmal das Gesicht einer jungen, aufstrebenden Band, die sich mit rotzigen Rocksongs einen Namen erspielt hat und einem Album wie „Echo Park“ von sich reden machte. Und jene Band, die mit „Comfort In Sound“ im Jahre 2002 ein recht ruhiges, melancholisches Werk veröffentlichte. Wie dieser Sinneswandel zu erklären ist: Anfang 2002 nahm sich Drummer Jon Lee das Leben und veränderte die Musik und die Haltung von Feeder um Songwriter Grant Nicholas völlig. Von nun an regierte eher verhaltener Pessimismus und viel Melancholie. Auf „Pushing The Senses“ gehen Feeder den eingeschlagenen Weg weiter.

Dabei hat man hier und da das Songwriting noch einmal deutlich verfeinert, der Song steht im Zentrum wie nie zuvor, in gefühlvollen Balladen wie „Tumble And Fall“ oder „Frequency“ wird das eindrucksvoll deutlich: Gekonnt fließen die Gesangsmelodien ineinander, getragen von sanften Gitarrentönen. Daneben regiert oftmals das perfektionierte Laut-Leise-Spiel in „Feeling A Moment“, jenem äußerst melodiösen Opener, der mit „Uhuhuhus“ am Kitsch-Limit kratzt, dieses jedoch nicht überschreitet, sondern wieder mit gekonnten, rockbaren Breaks ausgleicht. Gleiches gilt für hervorragend geschriebene Songs „Bitter Glass“ oder die etwas aus dem Rahmen fallenden Rocker „Pushing The Senses“ und „Pilgrim Soul“, die etwas an den jugendlichen Charme früherer Tage anzuknüpfen wissen.

Das ist nach 10 Songs dann insgesamt ein gutes Album geworden, das vor allem durch ausgefeilte Arrangements und gutes Songwriting besticht. Sicherlich nicht jedermanns Sache ist der gefühlige Grundtenor der Platte, der allzu offensichtlich dem Schönklang zugeneigt ist. Möglicherweise sehnt man sich nach 10 x Melodie pur nach ein wenig Rockverhackstückung à la Mars Volta oder den Blood Brothers, ingesamt jedoch ist „Pushing The Senses“ ehrliche und schöne Musik, die man am besten an einem kalten Winternachmittag auflegt und sie alleine mit einer heißen Tasse Schokolade genießt.

Anspieltipps:

  • Bitter Glass
  • Pilgrim Soul
  • Frequency
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Feeder“
comments powered by Disqus