Kelly Pardekooper - Haymaker Heart - Cover
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Kelly Pardekooper Haymaker Heart


  • Label: Trocadero Records/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Was treibt einen Mann dazu, im Alter von 32 Jahren seinen Job zu kündigen, um lieber gegen schlechte Bezahlung für ein Indie-Magazin zu schreiben und eine Band zu gründen? Im Fall des Kelly Pardekooper ist die Sache ebenso einfach wie bitter: Die Scheidung von seiner Frau und der Verkauf des gemeinsamen Hauses. Das reicht für eine gehörige Portion Wut und Bitterkeit, führt aber auch zu einem Leben auf der Strasse, mit dem Auto als Wohnzimmer und der Gitarre als ständigen Begleiter. Idealer Stoff für einen Singer/Songwriter, um seinen Frust in bitter melancholische Songs fließen zu lassen.

Der 1968 in Iowa City geborene Kelly Pardekooper liefert auf seinem neuen Album „Haymaker Heart“ ein Dutzend kleiner Geschichten zwischen Verzweiflung, Liebe, Sehnsucht, Hoffnung und feinen Alltagsbeobachtungen des Kleinstadtlebens ab, die musikalisch von staubtrockenem Wüsten-Bluesrock („All over now“), Alternative-Country („Draw the line“), melancholischen Balladen („Not in Iowa“) und Bob-Dylan-kompatiblem Folkrock („Folk this“) eingefangen werden. Dem Titel des Schlussstücks „Take me 2 my home“ entsprechend, nimmt Kelly Pardekooper den Hörer atmosphärisch mit in seine Heimat, selbst wenn man noch nie in Amerika war. Jeder seiner Songs atmet die Atmosphäre der weitläufigen Felder des Mittleren Westens, mit ihren Farmen und Provinzkneipen. Doch idyllisch geht es in den Songs nicht zu. Schwermut und Düsternis dominieren die Stücke, die als konsequente Fortführung Pardekoopers Lebensgeschichte durchgehen.

Neben den bekannten Größen des Americana wächst mit Kelly Pardekooper ein Songschreibertalent heran, das sich musikalisch mehrdimensional gegen etwaige Fan-Erwartungen durchsetzt und mit „Haymaker Heart“ ein äußerst stimmiges Album vorlegt. Passend zur kalten Jahreszeit sorgen die 12 Songs für den richtigen Winter-Blues: Das wahre Leben, vertont in ur-amerikanische Sounds.

Anspieltipps:

  • Goo
  • Too late
  • Folk this
  • Draw the line
  • Take me 2 to my home
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