Butterside Down - Fishing In A Goldfish Bowl - Cover
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Butterside Down Fishing In A Goldfish Bowl


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie war das noch gleich mit dem vom Tisch fallenden Butterbrot - landet es auf der trockenen oder der Butterseite? Wer es ausprobiert hat, soll mir bitte Bescheid sagen. Bei der Band Butterside Down befindet sich die Butterseite dagegen grundsätzlich in südlicher Ausrichtung.

Butterside Down ist das Projekt von Michael Kröger, der schon seit Jahren den Münchner Musikuntergrund aufwühlt – mal als Moderator des Radio-Kulturmagazins „Die Kanalratten“, als Herausgeber skurriler Indie-Sampler, als DJ in Münchner Lokalitäten und als Veranstalter von Konzerten und Festivals. Viele Musiker der Münchner Szene haben sich bei Butterside Down schon die Klinke in die Hand gegeben und so ist die Band zurzeit als Trio aktiv. Lemmy Wiens (Bass) und Christoph Strohmeier (Drums) verstärken Michael Kröger (Vocals, Gitarre; Melodica) und sein Achtspuraufnahmegerät, obwohl sich dieser geschworen hat, nie wieder mit einer festen Band zusammen zu arbeiten. Am Ende fehlte ihm aber die rechte Lust, seine Songs alleine zu spielen.

Mit dem Album „Fishing In A Goldfish Bowl“ liefern Butterside Down so etwas wie eine „Greatest Hits“-CD aus sieben Jahren Bandgeschichte ab, nachdem die im Eigenvertrieb veröffentlichten Werke „Butterside Down“ (1998) und „Walking The Cow“ (2000) mehr oder weniger ein Geheimnis für die Öffentlichkeit blieben. Viel ist dabei allerdings nicht zustande gekommen. Elf Songs, verteilt auf knapp 37 Minuten Spielzeit, im „allerbesten“ LoFi-Sound. Gitarren-Pop, auf das Wesentliche reduziert und doch teilweise sehr verspielt, garniert mit naiven Vocals. Da fallen einem Vergleiche mit LoFi-Heroes wie Pavement oder Daniel Johnston ein – von der Qualität dieser Akteure sind Butterside Down allerdings noch weit entfernt.

Michael Kröger präsentiert einige sehr schöne Ideen auf der Gitarre, mit ansatzweise tollen Melodien, doch zu oft verzettelt sich das Trio in experimentellen Spielereien auf besserem Kellerband-Niveau (nachzuhören ausgerechnet im Song „Butterside down“). So ist neben dem Bandklassiker „Allergy“ bezeichnenderweise eine Coverversion das beste Stück auf „Fishing In A Goldfish Bowl“. Die Ray-Davies-Komposition „Waterloo sunset“ (The Kinks) wird bis auf die Knochen ausgezogen und als grandiose LoFi-Hymne wieder zusammengesetzt. Fünf Minuten Gänsehaut, polternde Drums, gniedelnde Gitarren und das wunderbar reduzierte Orgelspiel von Gastmusiker Arno Schäpe. Ach, hätte dieses Album doch mehr Songs dieser Sorte zu bieten. So bekommt man mit der vorliegenden CD zwar einen umfassenden Einblick in das Schaffen von Michael Kröger, doch nachhaltig überzeugen kann dieses leider nicht.

Anspieltipps:

  • Allergy
  • Silly novel
  • Waterloo sunset
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