Thee More Shallows - More Deep Cuts - Cover
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Thee More Shallows More Deep Cuts


  • Label: Monotrome Records/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich der geneigte Plattenkäufer beim Anblick des Covers von „More Deep Cuts“ die Frage stellt, ob dies nun gewollt verschroben oder einfach nur billig wirkt, steht zu befürchten, dass mehrheitlich letzteres die Antwort sein wird. Das ist schade, sollte es deshalb vom Kauf der Platte abhalten. Denn was das Trio Thee More Shallows aus San Francisco hier auf die Beine stellt, gehört zu den herausragenden Veröffentlichungen des Monats März.

Auf ihrem zweiten Album präsentieren Dee Kesler (Vocals, Gitarre), Jason Gonzales (Samples, Keyboards, Bass) und Chavo Fraser (Samples, Keyboards, Bass) zusammen mit ihren Mitmusikern Odessa Chen (Gitarre, Vocals), Alexandra Kahn (- French Horn), Cosmos Lee (Violine), Enzo Garcia (Vocals) und Art Tavee (Drums) 12 dicht miteinander verwobene Klang-Absonderlichkeiten, die den Hörer schon nach kurzer Zeit zu fesseln vermögen. Die Songs fließen in 40 Minuten fast unmerklich ineinander, sodass man ohne kontrollierenden Blick auf das Display des CD Players nicht erkennen kann, an welcher Stelle des Albums man sich gerade befindet. Und eh man sich versieht, ist „More Deep Cuts“ vorüber – und der Hörer sieht sich genötigt, den nächsten Hördurchgang zu starten. Denn bei diesem Album hat man ständig das Gefühl, irgendwas zu verpassen oder noch nicht entdeckt zu haben. Genau so soll, nein muss Kunst sein!

Die Klangwerkstatt aus San Francisco liefert scheinbar minimalistische Sound-Collagen („Post-Present“) und mysteriöse Akustikstücke, bei denen man schon mal eine singende Säge zu hören meint („Ave grave“), zwischen geheimnisvoller Langsamkeit á la Savoy Grand („Cloisterphobia“) und eruptiven Ausbrüchen der Marke Radiohead („Freshman thesis“) ab. Dazu gibt es düstere Texte aus der Feder von Hauptsongwriter Dee Kesler („I’m on my way to the funeral...“), die in ein Rascheln, Zerren, Flüstern, Rumpeln und Fiepen eingebettet werden. Mit Pop hat das eigentlich nichts zu tun. Und auch die Bezeichnung LoFi-Rock passt nicht wirklich auf das, was Thee More Shallows hier treiben. Nennen wir es einfach Kunst und hoffen, dass dieses Album einiges an Aufmerksamkeit erregt. Wird schwer, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Anspieltipps:

  • 2 AM
  • Ave grave
  • Cloisterphobia
  • Freshman thesis
  • Ask me about Jon Stross
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