Dave Weiner - Shove The Sun Aside - Cover
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Dave Weiner Shove The Sun Aside


  • Label: Favered Nations/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte hört sich an wie aus einem Märchen. Ein junger Musikstudent aus Los Angeles bewirbt sich auf eine Zeitungsanzeige, in der Aushilfskräfte für Büroarbeiten gesucht werden. Er bekommt den Job und arbeitet plötzlich im Büro des Managers einer seiner musikalischen Vorbilder. Dieses kommt eines Tages vorbei und hört sich das Demotapes des Gitarristen an. Spontan bietet er ihm an, seiner Band beizutreten und auf der nächsten Welttournee zu begleiten.

Klingt unglaubwürdig? Nun, das ist die Geschichte von Dave Weiner, der mit „Shove The Sun Aside“ sein Debütalbum auf Steve Vais Label Favored Nations vorlegt. Und damit ist auch klar, wer Weiners großer Held ist: Gitarrengott Steve Vai.

2½ Jahre hat Dave Weiner damit verbracht, sich alles über Songschreiben, Studioaufnahmen, Produktion und Abmischung anzueignen. Das Ergebnis liegt nun in Form von sechs Songs auf „Shove The Sun Aside“ vor, das Dave Weiner im Alleingang in den 1720 Taft Recording Studios in Hollywood aufgenommen, produziert und gemixt hat. An Bass und Schlagzeug standen ihm lediglich Graeme Rappaport und Philip Bynoe (Bass), sowie Virgil Donati und Steve Wilson (Drums) zur Seite. Gesungen wird auf dem Album dagegen nicht. Dave Weiner spielt progressiven Instrumental-Gitarrenrock wie man ihn zum Beispiel von Rush kennt. Dabei scheint es dem Virtuosen darum zu gehen, soviele Ideen wie möglich in einen Song zu packen. So ist schon der Opener „Andonova“ ein ausuferndes Sammelsurium ständig wechselnder Tempi und lauten und leisen Passagen und damit quasi ein Sinnbild für das gesamte Album.

Mit der Lässigkeit eines alten Hasen hat sich der 28-Jährige einen spannenden Ritt durch die Welt des Prog-Rock zusammengepuzzelt, der sich technisch hinter niemanden verstecken muss. Für Kurzweil ist jedenfalls bestens gesorgt. So paaren sich in „Long run“ schwer rockende Riffs mit atmosphärischen Gitarrenlicks, während „The ghost of Denmark St.“ als verträumte Ballade daherkommt, der Titeltrack als Elektro-Rocker überrascht und „Tourmaline“ als Akustikstück für Abwechslung sorgt.

Mit seinem Debütalbum legt Dave Weiner ein interessante Prog-Rock-Werk vor, das sich nicht in egozentrischem Gefrickel verheddert, sondern vielerlei musikalische Ansätze liefert.

Anspieltipps:

  • Andonova
  • Shove The Sun Aside
  • The ghost of Denmark St.
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