Angel City Outcasts - Let It Ride - Cover
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Angel City Outcasts Let It Ride


  • Label: People Like You/SPV
  • Laufzeit: 28 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal sind die Kollegen von der Print-Presse wirklich sehr zu beneiden. Diese würden eine Platte wie „Let It Ride“ von Angel City Outcasts in zwei Sätzen „besprechen“ und sich dann mit Platzprobleme („das Heft war schon voll“) herausreden. Noch mal Glück gehabt. Unsereins schaut dagegen immer etwas dumm aus der Wäsche, wenn er Allerweltsplatten wie eben jenes „Let It Ride“ vorgesetzt bekommt. Nicht dass wir uns falsch verstehen, die Musik der fünf Jungs aus L.A. ist nicht schlecht, aber mit ihrem mörderisch schnellen Punkrock bieten sie dem Hörer nichts, das er woanders nicht schon besser gehört hätte.

Alex Brugge (Vocals), Alex Zabolotsky (bass), Tak Boroyan (Gitarre), Bob Zamudio (Gitarre) und Ryan Markely (Drums) prügeln in weniger als einer halben Stunde zehn Songs runter, die als durchaus dynamische Mischung aus Hardcore, Punk, Rockabilly und Rock’n’Roll durchgeht. Dabei erinnern besonders die Bandhymne „I’m an ACO” und „The chase“ von der Gitarrenarbeit her an die frühen Guns ’N Roses. Doch lassen wir uns nicht auf eine falsche Fährte locken. Die Wurzeln des melodisch angelegten Punkrock von Angel City Outcasts liegen definitiv bei anderen Bands, wie den Dropkick Murphys, die beim coolen „Popeye in Afghanistan“ hervorlugen.

Dennoch fragt man sich angesichts der cheesy Gitarrenlicks, ob diese Band nicht besser im Hardrock zuhause wäre. Ein Track wie „Let it ride“ ist zum Beispiel nicht weit vom L.A. Streetrock der 80er Jahre entfernt. Dabei würde es schon reichen, wenn das Quintett nur ab und zu mal das Tempo drosseln würde, um seinem Sound eine andere Klangfarbe zu verpassen. So holzen Angel City Outcasts wie angestochene Schweine durchs Unterholz, ohne dem Hörer auch nur eine Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben. Da ist es am Ende doch gut, dass „Let It Ride“ keine 30 Minuten lang ist. Ansonsten dürfte dieses Album nur mit Saustoffmaske verkauft werden.

Anspieltipps:

  • I’m an ACO
  • LA rock city
  • Popeye in Afghanistan
  • A new breed of Rock’n’Roll
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