Rev Run - Distortion - Cover
Große Ansicht

Rev Run Distortion


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 23 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Joseph Simmons ist Reverend Run und bekannt als ein Drittel der Rap-Legende Run-D.M.C., die nach dem gewaltsamen Tod von Jam Master Jay (Jason Mizell), der vor drei Jahren erschossen wurde, nicht mehr existiert.

1983 traten Run, Jam Master Jay und D.M.C. (Darryl McDaniels) mit ihrer ersten Single „Sucker MCs“ ins Licht der Öffentlichkeit und waren bis Ende der 80er Jahre nicht mehr aus der Rap-Szene wegzudenken. Ihre ersten vier Alben begründeten den Old-School-Rap und brachten geniale Tracks wie „My Adidas“, „It’s tricky“ und natürlich „Walk this way“ hervor. In den Neunzigern ließ das Interesse an der Band nach. Junge, hungrige Rapper kreierten neue Styles und liefen den Veteranen den Rang ab. Nach dem mäßigen „Crown Royal“-Album (2001) krähte dann endgültig kein Hahn mehr nach den New Yorkern. Das Thema Run-D.M.C. war beendet.

Umso überraschender ist nun das Comeback von Rev Run mit seinem Album „Distortion“, das allen New-School-Kids zeigen soll, wie Rap in Reinform funktioniert, also ohne Stargäste, Mega-Produzenten und Marktforschungsteams. Leider verrät Rev Run den Käufern seiner CD vorher nicht, dass sie mit einer Spielzeit von gerade mal 23 Minuten wie ein schlechter Witz anmutet. Ein Vollpreisprodukt mit der Spieldauer eine Maxi-Single. Junge, Junge, der traut sich was.

Andererseits brauchen die zehn Tracks auch nicht mehr als durchschnittlich zwei Minuten, um alles zu sagen, was gesagt werden soll. Rev Run kommt auf den Punkt und fertig. Im Stile früher Run-D.M.C.-Alben arbeitet er mit harten Drumbeats, wilden Scratches, röhrenden Gitarren, einer Armada Samples (u.a. „Sweet home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd, „I’m glad you’re mine“ von Al Green, „Assembly line“ von The Commodores, „God of thunder“ von Kiss, „Once in a lifetime“ von New Edition und „Rapture“ von Blondie) und vor Energie berstenden Raps – ganz so, als wäre die Zeit 1983 stehen geblieben. Eine wirklich coole Sache, wäre da nicht das Problem mit der Spielzeit. Das muss einfach Abzüge in der B-Note geben.

Anspieltipps:

  • The way
  • Boom ditty
  • Mind on the road
  • High and mighty Joe
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
6.5/10

Wunderbare Jahre
  • 2017    
6/10

Ladies First
  • 2017    
Diskutiere über „Rev Run“
comments powered by Disqus