Yonderboi - Splendid Isolation - Cover
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Yonderboi Splendid Isolation


  • Label: Mole/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 58 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es liegt etwas Geheimnisvolles im Wesen dieses jungen Mannes: László Fogarasi Jr., 1981 geboren, als Yonderboi bekannt seit seinem Debütalbum „Shallow and Profound“. Darauf mischte der damals 20-Jährige entspannte Downbeats unter „ostalgische“ Versatzstücke wie einer alten Vermona Orgel aus DDR-Kombinatszeit oder süßlich-melancholischen Akkordeon-Melodien mit k.u.k-Charme. Fünf Jahre später ist Fogarasis Heimat Budapest eine abgeklärte kapitalistische Boomtown und er selbst ein weltbereister Intellektueller. Einer, der nun auf seinem zweiten Werk „Splendid Isolation“, das unter Mithilfe von Junkie XL-Frontmann Tom Holkenborg entstanden ist, seinen Sound gefunden zu haben scheint: Der bunte Retro-Flickenteppich von einst ist passé.

Überraschend düster und geradezu bildhaft sind die musikalischen Szenarien, die der 24-Jährige heute zeichnet: krächzende Krähen, ein Kinderchor, der eine traurige Melodie anstimmt, dicke Streicher-Schichten und eine bedrohliche Geräusch-Kulisse, die im Hintergrund schwelt und immer wieder aufkeimt. Auch der TripHop-Vorliebe ist Yonderboi nicht durchweg treu geblieben, E-Gitarren und immer wieder ausbrechende, hypnotische Beats beherrschen das Geschehen. Routinierter klingt Yonderboi heute, aber auch wie jemand, der nicht mehr nur an das Gute in der Welt glaubt. Nicht abgebrüht, aber reifer.

Anspieltipps:

  • Amor
  • Motor
  • Soulbitch
  • All We Go To Hell
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