Jewel - Live At Humphrey´s By The Bay - Cover
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Jewel Live At Humphrey´s By The Bay


  • Label: Eagle Vision/EDEL
  • Laufzeit: 84 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jewels DVD-Premiere zeigt die Ausnahmekünstlerin als absolute Meisterin eines fabelhaften Folkrock-Stils.

Der Aufschrei war groß, als Jewel Kilcher, Alaskas schönster und erfolgreichster Exportartikel, im letzten Jahr das Dance-Pop angehauchte Album „0304“ der Öffentlichkeit präsentierte. „Musste das wirklich sein?“ war der einhellige Tenor. Warum mutierte die überaus talentierte Singer/Songwriterin plötzlich zu einem Pop-Flittchen, das seine Platten über nackte Haut und billige Dance-Beats verkauft? Verstanden hat das bis heute wohl niemand. Dabei hat Jewel seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Pieces Of Me“ vor einem Jahrzehnt die Musikszene unablässig mit frischen Ideen bereichert, die sich aus einem packenden Konglomerat von Folkrock, traditionellem Rock, Pop, Blues, Country und klassischen Einflüssen zusammensetzen. Auf jedem ihrer Alben hat sie den Sound leicht verändert und damit ihre künstlerischen Ausdrucksformen permanent erweitert. Doch der radikale Schnitt von „0304“ ging selbst den größten Fans zu weit, wodurch die Integrität der 30-Jährigen ein wenig gelitten hat.

Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass sich die erste Jewel-DVD „Live At Humphrey’s By The Bay“ nicht mit der „0304“-Phase beschäftigt, sondern die 2002er-Tournee und das Geschen rund um den grandiosen Vorgänger „This Way“ (2001) durchleuchtet. So präsentiert die DVD ein sehr persönliches, geradezu intimes Akustik-Konzert aus dem „Humphrey’s“ in Jewels Heimatstadt San Diego, in dem sie regelmäßig Konzerte gibt, wobei sie u.a. Songs vorträgt, die auf keinem ihrer Alben erschienen sind. Auch „Live At Humphrey’s By The Bay“ macht da keine Ausnahme. So mischt die sympathische Sängerin rare Titel wie „Rosy and Mick“ und „Everything breaks sometimes“ mit Hits wie „Hands“, „Break me“, „You were meant for me“ oder „Who will save your soul“. Dabei gibt sich 30-Jährige absolut locker, scherzt mit dem Publikum, improvisiert und produziert grandiose Momente, indem sie sich zum Beispiel einen Fan auf die Bühne holt, um mit ihm den Song „Kiss the flame“ zu singen, was ordentlich in die Hose geht, aber an Charme kaum zu überbieten ist.

Jewels DVD-Premiere zeigt die Ausnahmekünstlerin als absolute Meisterin eines fabelhaften Folkrock-Stils, der mit Stücken von fast allen ihrer bisherigen Platten, die inzwischen über 25 Millionen Käufer gefunden haben, auf „Live At Humphrey’s By The Bay“ vertreten ist. So ist „This Way“ mit dem bereits erwähnten „Break me” sowie „The new wild west” und „Grey matter” am Start. „Who will save your soul“ und „You were meant for me“ repräsentieren „Pieces Of Your” (1994), während „Hands” und „Kiss the flame” „Spirit” (1998) vertreten. Darüber hinaus erhält der Käufer insgesamt vier zusätzliche Live-Songs als Bonusmaterial. Da ist zum einen mit „Standing still“ eine spezielle „On the road”-Videocollage, die Einblicke rund um das Geschehen auf Tour preisgibt, „Love me, just leave me alone“ kommt als schmissiger Country and Western Blues daher, während „Do you want to play?“ sowie „Jesus loves you” den Reigen als zusätzliche Live-Performances von den unterschiedlichsten Locations der „This Way“-Tour vervollständigen.

Eher überflüssig, aber als inzwischen obligatorische Zugaben, sind dagegen die Photogalerie, eine Biografie und die Jukebox zur Anwahl jedes einzelnen Songs anzusehen. Und auch das zwei Jahre alte Interview bringt keine Neuigkeiten ans Tageslicht. Doch sei’s drum. Nach weltweit mehr als 25 Millionen verkauften Tonträgern kann auch Jewel ruhig mal eine Live-DVD in ihr Repertoire einstreuen, die in Bild und Ton nachdrücklich unterstreicht, dass sie zu den wenigen begnadeten Künstlerinnen ihrer Generation zählt.

Anspieltipps:

  • Hands
  • Break me
  • You were ment for me
  • Love me, just leave me alone
  • Everything breaks sometimes
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