Travis - At The Palace - Cover
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Travis At The Palace


  • Label: Warner Bros./WEA
  • Laufzeit: 116 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „At The Palace“ kommen Travis nun in alle Wohnstuben.

Es ist wohl das Beste, was es zur Zeit in Sachen BritPop auf dem europäischen Markt gibt – Travis. Smarte Schotten genießen das Leben. Unabhängigkeit, Anarchie und Wahnsinn. Fran Healy „Mami, ich werde ein Popstar!“ (Gesang, Guitar, Piano), Andy Dunlop - der Wirbelwind an der Gitarre, Dougie Payne – Gelassenheit macht stark (Bass), Neil Primose - tausche Kneipentresen (dahinter) gegen Schlagzeug und, bei Live-Konzerten der Mann am Keyboard, Adam Wakeman (Papa arbeitet bei Yes) – die netten Jungs von nebenan.

1990 in Glasgow gegründet, wandeln Travis bis heute auf Pfaden des Erfolgs. Ein Highlight - die ehemaligen Kunststudenten sahnten 2000 mal eben zwei Brit Awards für „Best British Album“ und „Best British Band“ ab. Wer 1999 den Travis-Zug, z.B. beim SWR 3 New Pop Festival verpasste, wurde spätestens jetzt auf die Schotten aufmerksam. Eine BritPop-Welle rauschte über Germany hinweg. Mit der Singleauskopplung „Why Does It Always Rain On Me?“ zogen Travis auch in Deutschland in die Charts ein. Also gut. Der Erfolg von Travis lies letztendlich doch etwas auf sich warten. Blicken wir noch einmal ein paar Jahre zurück. Student sein hat viele Vorzüge, drum gründeten die vier Jungs aus Glasgow, neben ihrem Studium an der „School Of Art“ eine Band. Die Kunst hat ja viele Seiten, warum also nicht auch eine musikalische. Gesagt getan, ab in den Proberaum und am Erfolg arbeiten, um irgendwann einmal die neue Brit-Pop Hoffnung zu werden. Doch man benötigt einen langen Atem. Dies bekamen die Jungs schnell zu spüren. Keine Chance für einen Plattenvertrag. Erst ein Umzug von Glasgow nach London ebnete den Weg der Vier. Kaum angekommen unterschrieben sie mal so eben einen Majorvertrag. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort und schon läuft es.

1997 dann das Debütalbum „Good Feeling“. Das die Jungs nicht nur musikalisch hier und da auf der Überholspur zu Gange sind, zeigte sich im Studio. In nur vier Tagen stand das Album. Schmeichelhafte Popsongs und stürmische Rocknummern geben sich die Klinke in die Hand. Die Kritiker betitelten das Album als ein bewusstseinsgestörtes Werk – man könnte auch schizophren dazu sagen. Keine Erfolgshymnen. Doch wie so oft hat der Musikliebhaber ein offeneres Ohr. Travis Singleauskopplung „All I Want To Do Is Rock“ stieg in die Charts ein und hielt sich einige Zeit in den Top 30. Das die Jungs nicht nachtragen sind, bewiesen sie mit dem Nachfolgealbum. 1999 brachten sie mit „The Man Who“ ein an die britischen Kritiker gewandtes Album auf den Markt. Oliver Sack´s literarisches Werk „The Man Who Mistook His Wife For A Hat“ stand Pate. Humor at his Best! So geht man mit “schizophrenen” Kritiken um. Eine ganz besonderer Song ist bis heute „Writing To Reach You“ – man mische ein paar Akkorde des Oasis Klassikers „Wonderwall“ mit einem guten Schluck Tequila und fertig ist eine der herrlichsten britischen Pop-Nummern mit Gefühl der 90er Jahre. Übrigens: „The Man Who“ wurde zum Dank noch mit Doppel-Platin ausgezeichnet. So kann es gehen. Ein neuer Stern ward geboren!

2001 erschien „The Invisible Band“ – Platz 1 in Großbritannien. Dann begann das Dilemma Nr. 1. Neil Primrose, Drummer der Band, sprang im Überschwang der Gefühl mal so eben in einen Pool eines französischen Hotels. Nicht das er Nichtschwimmer wäre, das Wasser war leider etwas zu nieder. Halswirbelbruch. Laut Arzt kaum Genesungschancen. Doch bereits drei Wochen nach seinem Unfall saß Neil wieder am Schlagzeug und übte fleißig. Mit „12 Memories“ erschien dann 2003 Travis viertes Album. Dilemma Nr. 2. Frontmann Fran Healy musste am 17. April 2003 mit schwerer Virusinfektion für vier Tage ins Krankenhaus. Eine geplatzte Japan-Tour war das Ergebnis. Wir schreiben das Jahr 2004 – Gibt es noch jemanden, der Travis nicht live erlebt hat? Ja. Schande. Nachholbedarf!

Kein Problem. Mit „At The Palace“ kommen Travis nun in alle Wohnstuben. Am 20. Dezember 2003 gastierten die Schotten im Londoner Alexandra Palace. 8000 Fans waren schier aus dem Häuschen. Überzeugt euch selber. Ein stimmgewaltiger Fran Healy in Höchstform, Andy an den Gitarren ständig auf Vollgas, Dougie am Bass nicht nur spieltechnisch brillant sondern auch gesanglich hörenswert, am Schlagzeug schwitzt Neil und Musik pur und tolle Untermalungen gibt’s von Adam Wakeman am Keyboard. „Everything Is Open“ – ein Konzerterlebnis. Lasst uns gemeinsam rocken und mit Fran philosophische Weisheiten, Lebenserfahrungen und Anekdoten durchwandern. Fazit: Travis – ein heller Stern am BritPop-Himmel. Erstklassige DVD. Super Ton- und Bildqualität. Stabil und ruckelfrei.

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