Ash - Tokyo Blitz - Cover
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Ash Tokyo Blitz


  • Label: Warner Bros./WEA
  • Laufzeit: 106 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In Japan aufgezeichnete Live-Alben gehören seit über 30 Jahren zur Tradition im Rock ’n Roll. Doch wo der Fan zu Deep Purples „Made In Japan“ noch ehrfürchtig niederkniete, braucht es heute schon eine Live-DVD, um wenigstens ein paar Käufer hinter dem Ofen hervorlocken zu können. Ob es von den nordirischen Pop-Rockern von Ash allerdings ein besonders schlauer Schachzug war, parallel zur Veröffentlichung ihres neuen Studioalbums „Meltdown“ den drei Jahre alten Live-Mitschnitt ihres Auftritts in der Akasaka Blitz Halle in Tokyo auf den Markt zu werfen, darf bezweifelt werden. Denn wartete bereits die limitierte Erstauflage von „Meltdown“ mit einer mies klingenden Bonus-Live-CD auf, bekleckern sich Ash auch auf „Tokyo Blitz“ nicht gerade mit Ruhm.

In etwas mehr als einer Stunde Spielzeit bollerte sich das Quartett im September 2001 routiniert durch seine größten Hits, die vom japanischen Publikum euphorisch abgefeiert wurden. Klar, unbeschwerte Mitgrölstücke wie „Burn baby burn“, „A life less ordinary“, „Oh yeah“, „Walking barefoot“, „Girl from Mars“, „Shining light“ und die Weezer Coverversion „Only in dreams“ machen durchaus Spaß, auch wenn der Sound grauenvoll dumpf klingt und alles andere als 5.1 Surround Sound Format besitzt (wie uns die Verpackung weismachen will), die Lightshow ein schlechter Witz ist und die Bühnenperformance der Band als ziemlich müde bezeichnet werden kann.

Ein richtiger Rockstar bzw. Frontmann ist Tim Wheeler eben noch nie gewesen, selbst wenn er sich größte Mühe gibt („… are you ready, Tokyo?!“). Seine männlichen Mitstreiter machen es auch nicht viel besser. Vielmehr überzeugt da schon die 1997 zur Band gestoßene Gitarristin Charlotte Hatherley, indem sie die limitierten Möglichkeiten des Herren-Trios deutlich aufwertet. Ein Pflichtkauf wird „Tokyo Blitz“ dadurch aber noch lange nicht. Eher eine nette Ergänzung für den alles kaufenden Hardcore-Fan. Dieser wird sich dann auch über eine gute Dreiviertelstunde Bonusmaterial freuen, das in die Kapitel „Tokyo Days“ (Shopping mit Charlotte Hatherley, Pressekonferenz in Tokyo, Besuch eines Radiosenders), „Tokyo Nights“ (die Band auf privater Sauftour), „Tokyo Secrets“ (Interviews mit allen Bandmitgliedern) und „Tokyo Fans“ (zwei Fans filmen ein Ash-Konzert) aufgeteilt ist.

Was sich so unspektakulär liest, ist am Ende leider auch ziemlich langweilig. „Tokyo Blitz“ ist nicht mehr als eine nette DVD für Zwischendurch, die den Fans mehr oder weniger Spaß machen dürfte, ansonsten aber verzichtbar ist. Besonders bei dem üblen Sound, der nicht besser ist, als bei einem VHS Video.

Anspieltipps:

  • Kung Fu
  • Shining light
  • Girl from Mars
  • Walking barefoot
  • A life less ordinary
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