Sebastian Bach - Forever Wild - Cover
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Sebastian Bach Forever Wild


  • Label: Eagle Vision/EDEL
  • Laufzeit: 125 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Arrogant, rüpelhaft und total von sich eingenommen – das öffentliche Bild von Sebastian Bach ist nicht gerade das Beste. Selbst wenn der Ex-Skid-Row-Shouter privat ganz anders sein sollte, hat er in der kurzen Zeit als Superstar alles dafür getan, einen Ruf wie Donnerhall zu erlangen. Dieses in Musikerkreisen als „LSD“ (Lead Singer Disease) bekannte Phänomen konnte allerdings nicht verhindern, dass Skid Row für ein paar Jahre zu den absoluten Top Bands der Hard-Rock-Szene zählten und einen Single-Hit nach dem anderen hatten.

Als das selbstbetitelte Debütalbum „Skid Row” im Januar 1989 erschien, war Sebastian Bach gerade mal 19 Jahre alt, aber schon seit Jahren ein gefragter Sänger in Rockkreisen. Mit seinem Einstieg bei Skid Row fand sich eine dieser seltenen, magischen Verbindungen, die für großes Songwriting und starke Bühnenshows prädestiniert waren. Leider hielt die Verbindung nicht allzu lange und nach den Alben „Slave To The Grind“ (1991) und „Subhuman Race“ (1995) war Schluss mit Bach und Skid Row. In den letzten (fast) zehn Jahren arbeitete Bach als TV-Moderator, trat am Broadway auf, produzierte ein Soloalbum und wurde immer wieder gehandelt, wenn Rockbands einen neuen Sänger suchten. Doch mit seinem Ruf fand sich außer einem Gastspiel bei der Band The Last Hard Men keine neue Anstellung.

Dass Sebastian Bach nach wie vor zu den besten Hard-Rock-Sängern zählt, zeigt die jüngst veröffentlichte DVD „Forever Wild“, die ein Konzert des charismatischen Sängers mit seiner Band im berühmten Whiskey-A-Go-Go in Hollywood, L.A. zeigt, in dem er zahlreiche Skid-Row-Hits zu neuem Leben erweckt und den einen oder anderen Solo-Song zum Besten gibt. Zwar ist die Bild- und Soundqualität alles andere als gut und höchstens auf Bootleg-Niveau (was in Anbetracht des Preises einer DVD eine echte Frechheit ist!), trotzdem kann man die ungezügelte Power von Speed-Rockern wie „Slave to the grind“, 80er Jahre Rockhymen wie „18 & life“ oder dem düster grollenden „Piece of me“ förmlich spüren. Erschreckend ist allerdings das Bild, das Sebastian Bach in seinem billigen Glitzeranzug der Marke „Elvis für Arme“ und mit seiner Spinal-Tap-artigen Band im schlechten 70s Outfit abgibt. Der Aufstieg und Fall eine Rockstars wird hier tatsächlich schonungslos ins Bild gesetzt und sollte einem zu denken geben.

Zusätzlich enthält die DVD bekanntes und bisher unveröffentlichtes Material der VH1-Fernsehserie „Forever Wild”, die Bach moderierte (Die Folgen lauten: „Race car drivin’ with Vince Neil“, „Golf cart madness“, „Hangin’ with Ted Nugent“, „One dead asshole“, „Welcome to FilthMart“, „Why rock stars should not have TV shows“ und „Bach in the pit“), den Demo-Song „Always & Never the same“, ein verstecktes „Easter Egg“ namens „Before they were Bach stars (1978)“, das private Aufnahmen des 10-jährigen Sebastian zeigt und mit „Bachography“ eine interaktive Discographie mit allen Projekten, an denen Bach bisher mitwirkte. Darin kann man zu bestimmten Tracks höchst interessante Kommentare des Shouters dazuschalten, bei denen man erahnt, dass der Bursche nicht der Pflegeleichteste ist.

Vergleicht man die vorliegende DVD mit anderen Produktionen, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es sich bei „Forever Wild“ um ein drittklassiges Machwerk handelt, mit dem Skid-Row-Fans das Geld aus der Tasche gezogen werden soll. Die dargebotenen Songs zählen ohne Frage zu den großartigsten im Hardrock der frühen 90er Jahre. Doch die Art und Weise, wie sie auf dieser DVD präsentiert werden, ist beschämend und unwürdig. Würde es sich bei „Forever Wild“ um ein Bootleg handeln, okay, aber als offizielle Veröffentlichung ist dieses Produkt ein schlechter Scherz. Die Wertung lautet deshalb: Songmaterial (10 Punkte) – Sound- und Bildqualität (5 Punkte) = 5 Punkte. Herr Bach, bitte machen sie es Bruce Dickinson und Rob Halford nach und schließen sich wieder mit ihrer alten Band zusammen. Das kann ja keiner mit ansehen!

Anspieltipps:

  • 18 & life
  • Piece of me
  • I remember you
  • Youth gone wild
  • Monkey business
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