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Diverse Toronto Rocks


  • Label: Warner Bros./WEA
  • Laufzeit: 141 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Rock am Ring”? „Rock in Rio”? Vergesst es! The Place to be war fast genau vor einem Jahr das „Molson Canadian Rocks For Toronto“-Festival, das von der Landesregierung ins Leben gerufen wurde, um den Geist der Stadt Toronto nach dem Ausbruch der SARS-Krankheit wieder zu erwecken. Aber auch, um Geld zu sammeln, damit Handel und Tourismus, die durch die Angst vor SARS stark beeinträchtigt waren, wieder auf die Beine kommen. Sage und schreibe 490.000 Besucher (!) sahen im Downsview Park zu Toronto einen sagenhaften Event, an dem 13 Künstler und Bands teilnahmen. Headliner waren die Rolling Stones, gefolgt u.a. von AC/DC, Rush, The Flaming Lips, Justin Timberlake, The Tea Party, Sam Roberts, Kathleen Edwards und einigen mehr.

Das Konzert fand am 30. Juli 2003 statt und bot als besondere Highlights bisher noch nie da gewesene Performances der Young-Brüder Malcom und Angus (AC/DC) sowie Popstar Justin Timberlake (N Sync) zusammen mit den Rolling Stones. Darüber hinaus traten die Schauspieler Jim Belushi und Dan Aykroyd mit der „The Have Love Love Will Travel Revue“ auf, um die Besucher auf ganz besondere Weise zu rocken. Neben dem ca. zweistündigen Konzertmitschnitt bietet die DVD noch ein paar knackige Extras, wie Interviews, Infos über die weiteren teilnehmenden Künstler, die musikalisch auf der DVD nicht verewigt wurden („Canadian Support Band Collage“), Justin Timberlake im Gespräch mit den Rolling Stones, Backstage Fotos, einen Bericht von AC/DC über ihren Gig mit den Stones und ein sehr schönes, 20seitiges Booklet. Ein wirklich perfektes Package zugunsten eines guten Zwecks, denn die Erlöse aus dem DVD-Verkauf gehen an wohltätige Organisationen wie die Nordoff-Robbins-Stiftung, L’Arche, Right To Play oder den kanadischen „Music Therapy Trust Fund“.

They are funny, they are smart and they rock – und sie sorgen für mächtig Party auf und vor der Bühne: die verschrobenen Rock-Kauze The Flaming Lips, die den Reigen mit „Race for the price“, „Do you realize“ und tonnenweise Konfetti eröffnen. Es folgenden die geschichtsträchtigen Isley Brothers („Who’s that lady”, „Shout“) und ein improvisationsfreudiger Justin Timberlake („Senorita“), der unter all den gestandenen Rock- und Popstars aber etwas überfordert wirkt. Nach The Guess Who, die mit „American woman“ und „No time“ eine Zeitreise in die späten 60er Jahre antreten und den Geist des „Flower Power“ Rock ’n Roll wiederaufleben lassen, folgen die kanadischen Prog-Rock-Helden Geddy Lee, Alex Leifson und Neil Peart, besser bekannt als Rush. Mit drei 80er-Jahre-Classics („Limelight“, „Freewill“, „The spirit of radio/Paint it black“) in gewohnt perfektem Breitwand-Sound und einer Armada laufender Waschmaschinen (!) auf der Bühne, können die Jungs bei ihrem Heimspiel (Rush stammen aus Toronto) voll überzeugen.

Das Publikum geht bei allen Bands voll mit und genießt einen unvergesslichen Tag bei schönem Wetter (Girls in Bikinis), viel Bier (verschwitze Kerle recken die „Pommesgabel“ in den Himmel) und cooler Musik. Wie die von AC/DC, die mit „Back in black“ und „Thunderstruck“ (Gänsehaut!), die den anbrechenden Abend rocken und als erste auf die Light Show zurückgreifen können. AC/DC zeigen sich in hervorragender Spiellaune. Schade, dass nur zwei Songs der Australier auf der DVD sind. Aber die Headliner sind nun mal die Rolling Stones. Und diese düfen mit „Start me up”, „Ruby tuesday”, „Miss you – Featuring Justin Timberlake“, „Rock me baby – Featuring AC/DC”, „ (I can’t get no) Satisfaction“ und „Jumpin’ Jack flash” gleich ein halbes Dutzend Songs zum Besten geben.

Mit einer furiosen Darbietung von „Jumpin’ Jack flash” beschließen die rollenden Steine einen grandiosen Konzerttag in Toronto, der in phantastischen Bildern eingefangen wurde und mit glasklarem Sound wiedergegeben wird. „Toronto Rocks“ ist endlich mal wieder eine DVD, die durch eine aufwändige Produktion und viel Liebe zum Detail zu gefallen weiß. Zwar hätte der eine oder andere Gig (Rush, AC/DC) ruhig etwas länger ausfallen dürfen, doch auch so ist der Silberling eine lohnenswerte Anschaffung.

Anspieltipps:

  • The Rolling Stones – „Jumpin’ Jack flash”
  • Rush – „The spirit of radio/Paint it black“
  • The Flaming Lips – „Race for the price”
  • The Guess Who – „American woman”
  • AC/DC - „Thunderstruck”
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