John Mayall - The Godfather Of British Blues - Cover
Große Ansicht

John Mayall The Godfather Of British Blues


  • Label: Eagle Vision/EDEL
  • Laufzeit: 83 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

John Mayall ist die definitive Blues-Größe der britischen Insel. Schon in jungen Jahren machte der 1933 in Macclesfield bei Manchester geborene Sänger und Gitarrist als Leader einer echten Supergruppe von sich Reden: The Bluesbreakers. Gegründet als Londoner Kneipenband, gelingt Mayall 1965 mit der Verpflichtung von „Yardbrid“ Eric Clapton ein ganz besonderer Coup. Mit ihm schaffen die Bluesbreakers den Durchbruch. Doch als sich das gemeinsame Album „Bluesbreakers With Eric Clapton“ (1966) sowohl in England als auch in den USA in den oberen Etagen der Charts platziert, ist Clapton schon längst zur Band Cream weitergezogen.

Zwei Jahre später muss Mayall den Ausstieg weiterer Bandmitglieder verkraften. Peter Green, John McVie und Mick Fleetwood verlassen die Bluesbreakers, um zusammen Fleetwood Mac ins Leben zu rufen. Auch der als Ersatz zur Band gestoßene Mick Tayler nimmt bald wieder seinen Hut und ersetzt bei den Rolling Stones der verstorbenen Brian Jones. John Mayall hat endgültig genug von dem rotierenden Personalkarussell bei den Bluesbreakers und löst diese als feste Begleitband auf. Er zieht nach Los Angeles, muss sich aber schon bald mit einem rapide gesunkenen Interesse des Publikums an „seinem“ Blues abfinden. 1982 werden die Bluesbreakers wieder ins Leben gerufen, die sich seit dem vor allem als Live-Band betätigen.

Die vorliegende DVD kombiniert nun zwei Dokumentationen über John Mayall, bei denen Peter Gibson die Regie führte. Zum 70. Geburtstag der Blues-Legende im letzten Jahr, produzierte die englische BBC den einstündigen Dokumentationsfilm „John Mayall - The Godfather Of British Blues”. Der Film lief im Rahmen eines Geburtstagskonzertes zu Ehren John Mayalls im englischen Fernsehen und zeichnet die mehr als 40jährige Karriere des legendären Bluesmusikers nach. Die filmische Biografie beinhaltet Beiträge in Form von Interviews oder als Musikeinspielungen von John Mayall selbst, seiner Familie und seinen ehemaligen Mitmusikern und Freunden Eric Clapton, Mick Fleetwood, John McVie und Peter Green. Diese werden ergänzt durch zum Teil extrem rare Filmaufnahmen aus sämtlichen Perioden seines Lebens. Damit stellt „The Godfather Of British Blues“ nicht nur die ultimative John-Mayall-Biografie dar, sondern gilt auch als musikalische Zeitreise durch vier Dekaden Blues, die mit einer sehenswerten Photogalerie aufgewertet wird.

Die 25minütige Schwarzweiß-Doku „The Turning Point“ zeigt den jungen John Mayall und seine Bluesbreakers an einem kritischen Punkt ihrer höchst einflussreichen Karriere. Im Anschluss an die letzte Tournee der so genannten „Laurel Canyon“-Besetzung im Mai 1969 traf Mayall zwei wichtige Entscheidungen: Er ging zurück nach Amerika und begann damit, ein neues, stärker akustisch ausgerichtetes Line up ohne Schlagzeuger zu formieren. Es gibt Interviews sowohl mit der alten als auch mit der neuen Besetzung sowie von ausgeschiedenen Bandmitgliedern wie etwa Peter Green, John McVie und Eric Clapton. Gleichzeitig zeigt der Film die ersten Shows der neu formierten Bluesbreakers in England.

Eagle Vision unterstreicht mit dieser Produktion seine Spitzenposition in Sachen Musik- und Doku-DVDs. Zu einem fairen Preis präsentieren die Macher eine interessante Kombination aus rarem Archivmaterial und aktuellen Beiträgen und dürften damit die John-Mayall-Fans glücklich machen. Dass die Musik als solche auf dem Silberling etwas zu kurz kommt, kann deshalb gerade noch verschmerzt werden.

Neue Kritiken im Genre „Blues“
Diskutiere über „John Mayall“
comments powered by Disqus