INXS - I´m Only Looking: The Best Of - Cover
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INXS I´m Only Looking: The Best Of


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 275 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was haben Queen, die britischen Bombast-Rocker, und INXS, Australiens erfolgreichste Rockband gemeinsam? Klare Sache: Beide Gruppen mussten in den 90er-Jahren den tragischen Tod ihrer Sänger verkraften und eiern seit dem mehr oder weniger planlos durch die Gegend. Zwar tauchen beide Bands hin und wieder in den Schlagzeilen auf, wenn angeblich neue Sänger gefunden wurden (jüngste Beispiele: Robbie Williams als Freddie Mercury Ersatz und Terence Trent D´arby als Nachfolger von Michael Hutchence), doch so wirklich glaubte bisher keiner an ein Comeback von Queen bzw. INXS.

Doch jetzt wird es ernst! Während das ultra erfolgreiche Queen-Musical „We Will Rock You“ europaweit expandiert, starteten die verbliebenen Mitglieder von INXS, Andrew Farriss (Keyboards, Gitarre), Jon Farris (Drums), Tim Farriss (Gitarre), Garry G. Beers (Bass) und Kirk Pengilly (Gitarre, Saxophon), einen weltweiten Casting-Aufruf, um einen neuen Sänger zu finden. Nicht „Deutschland sucht den Superstar“, sondern „Australien sucht den INXS-Frontman“ heißt die Devise, einer zu Recht umstrittenen Methode, bei der ganz offensichtlich die Publicity im Vordergrund steht. Aber bevor man sich aufregt, sollte man lieber das Ergebnis abwarten und bis dahin ein (etwas konstruiertes) Jubiläum der INXS-Geschichte begehen. Denn am 01. September 2004 feiern die Australier den 25. Jahrestag ihres ersten Auftritts in Sydney, was mit der prächtigen Retrospektive „I’m Only Looking: The Best Of“ stilvoll zelebriert wird.

Der erste Silberling der Doppel-DVD-Box mit mehr als 4½ Stunden Spielzeit, beinhaltet nicht weniger als 25 Videoclips, die die Karriere des Sextetts von den frühen 80er-Jahren, als die blutjungen Musiker als New-Wave-Band debütierten („Don’t change“), bis in die 90er-Jahre, als INXS zu globalen Superstars avancierten, nachzeichnen. Diese äußerst interessante Zeitreise dokumentiert aber nicht nur die musikalische Weiterentwicklung einer aufstrebenden Band, sondern zeigt auch die Wandlung des Mediums Videoclip über einen Zeitraum von 17 Jahren. Aus banalen Promotion-Filmchen („This time“) wurden anspruchsvolle Kunstwerke („Listen like thieves“), bei denen Hollywood-Größen wie Joel Schumacher Regie führten („Devil inside“), was die Wichtigkeit des Musikfernsehens nachdrücklich unter Beweis stellt. So gibt es ein Wiedersehen mit herausragenden Klassikern wie „Never tear us apart“, „Need you tonight“, „New sensation“, „Mystify“, „Suicide blonde“, „Disappear“, „Bitter tears“, „Elegantly wasted“ und „Baby don’t cry“, mit denen INXS spätestens seit dem Album „Kick“ (1987) zu den wichtigsten Pop/Rockbands dieses Planeten zählten.

Disc Nummer 2 präsentiert rare Live-Aufnahmen zwischen 1980 und 1997 aus Japan („Need you tonight“, „Mediate“), Amerika („Kick“, „Elegantly wasted“), Australien („Simple Simon“, „Original sin“, „Listen like thieves“, „Searching“) und England („New sensation“), Remix-Versionen von „Suicide blonde“, „The stairs“, „Bitter tears“ und „Disappear“, eine Videomontage von den Proben und Aufnahmesessions zum Album „Welcome To Wherever You Are“ (1992), eine Bildergalerie mit Fotos u.a. von Herb Ritz, Annie Leibowitz, Helmut Newton, Serge Thomann und Lynn Goldsmith und eine Sammlung unveröffentlichter Songs („Theo one thing - Live“, „The strangest party“, „Everything“, „Searching“ und „Don’t lose your head“).

Mit diesem DVD-Set bietet Mercury Records eine sinnvolle Ergänzung der CD-Sammlung eines jeden INXS-Fan an. Hier wurde nicht einfach eine „Best Of“-DVD zusammengeschustert, sondern tonnenweise Material in mühevoller Kleinarbeit recherchiert und zusammengetragen. So wird zum Beispiel jeder Videoclip mit einer kurzen Anmoderation der Bandmitglieder versehen, ein Booklet mit vielen Hintergrundinfos aufgeboten und ein digital remasterter Klang in vollfettem 5.1 Surround Sound aufgefahren. Auf diese Weise macht es einen Riesenspaß, die Karriere der sechs Australier nachzuvollziehen und in eine Zeit zurückzukehren, in der Michael Hutchence zu den „most sexy men on earth“ gehörte, ehe er sich mit seinem Gürtel an der Türklinke eines Hotelzimmers strangulierte. Gott hab ihn selig!

Anspieltipps:

  • Mediate
  • By my side
  • Original sin
  • New sensation
  • What you need
  • Need you tonight
  • Never tear us apart
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