10.000 Maniacs - Time Capsule - Cover
Große Ansicht

10.000 Maniacs Time Capsule


  • Label: Warner Music Vision
  • Laufzeit: 72 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor 13 Jahren begann die nicht alltägliche Karriere der Band 10.000 Maniacs (der Name eines amerikanischen Low-Budget Horrorfilms). Die 10.000 Geisteskranken oder eben Verrückten, wie man es am Besten haben will, gründeten sich in Jamestown, New York mit Jerome Augustyniak (Drums), Robert Buck (Guitar), Dennis Drew (Keyboards), Steven Gustafson (Bass) und Natalie Merchant (Vocals). Ihr Markenzeichen sind intellektuelle, geistreiche, verständliche Texte und eine musikalische Bandbreite, die eine Menge an Stilen verbindet – Rock, Pop, New Wave, Calypso, Folk und und und.

Das Debüt der 10.000 Maniacs verläuft 1982 mit dem Album „Human Conflict Number Five“ eher mäßig. Mehr ein Wink mit dem Zaunpfahl, als ein absoluter Renner, versprechen die ersten Aufnahmen zu werden. Dennoch hinterlassen die Maniacs auf ihrer anschließenden Tour beachtenswerte Eindrücke und die Kritiken können sich ebenfalls sehen lassen. Zwar können sie auch in den darauffolgenden Jahren mit weiteren Alben und einer Menge Konzerte den Geldbeutel noch nicht so richtig zum Klingen bringen, sie sind aber auf dem Erfolgspfad angekommen, der nur noch ans begehrte Ziel führen muss. 1987 ist es dann endlich soweit. Mit ihrem 4. Album „In My Tribe“ kommt der lang erhoffte Erfolg. Dank MTV geht’s flott in die schwarzen Bereiche. Der Nachfolger „Blind Man´s Zoo“ schlägt denselben Weg ein.
Die 10.000 Maniacs sind im Himmel angekommen.

Als eine der ersten Formationen starten 10.000 Maniacs die MTV-Filmreihe „Unplugged“. Nach ihrem erfolgreichsten Album „Our Time In Eden“ und einem weiteren MTV-Unplugged Konzert, verlässt Sängerin Natalie Merchant 1993 unerwartet die Band. Sie versucht sich ab diesem Zeitpunkt als Solokünstlerin – mal mit Hochs, mal mit Tiefs. Am Mikrophone probiert sich nun Mary Ramsey. Sie und ihre Bandkollegen erreichen allerdings, trotz weitere Alben, nicht mehr den Erfolgsgipfel wie in den Jahren zuvor. 2000 kommt schließlich das jähe Ende. Robert Buck, Gitarrist der Maniacs, stirbt an Leberversagen. Die Band löst sich mehr oder weniger auf, kommt allerdings für Live-Auftritte immer mal wieder unter altem und bekanntem Namen zusammen. So auch im letzten Jahr, als die Fans die 10.000 Maniacs mal wieder auf Tour erleben konnten. „Mit Campfire Songs“ gab´s dann auch noch ein nettes Werk der Band mit allen Hits aus ihrer Erfolgszeit.

Insgesamt haben die 10.000 Maniacs weit über 10 Millionen Alben verkauft und die ein oder andere DVD wird nun auch dazu kommen, denn mit „Time Capsule“ gibt’s nun das ultimative Fanpaket der 10.000 Maniacs für den Bildschirm. Alle Erfolgsvideos ab 1982 befinden sich auf dem Rundling. Darunter, aus frühen Jahren, auch so genannte Home Movies („National Education Week“) und Studenten-Filme („Pit Viper“) von Anthony Merchant und Bekannten. Es werden sich zwar kaum noch Leute an diese Filmchen erinnern, geschweige denn, es kennt jemand diese Streifen überhaupt. Doch Lohnens- und natürlich sehenswert sind sie trotz allem. Als Bonus erhält man übrigens noch die Songs „Candy Everybody Wants“, „These Are Days“ und „Because The Night“ – eine Coverversion von Bruce Springsteen und wohl die erfolgreichste Auskopplung und das bekannteste Lied der Band.

Fazit: „Time Capsule“ ist eine Mischung, die an gute, vergangene Zeiten erinnert. Auch wenn der Charakter eines Live-Konzertes sicherlich nicht durch Videos übertroffen werden kann, so bietet sich mit der vorliegenden DVD dennoch die Gelegenheit, in der Vergangenheit zu schwelgen. Gute Musik verliert schließlich nie ihren Reiz!

Anspieltipps:

  • National Education Week
  • My Mother The War
  • What´s The Matter Here?
  • These Are The Days
  • Because The Night
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
7.5/10

Colors
  • 2017    
Diskutiere über „10.000 Maniacs“
comments powered by Disqus