Dido - Live At Brixton Academy - Cover
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Live At Brixton Academy


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 148 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs sind von äußerst professioneller Hand für eine Bühnen-Performance umgemodelt worden.

Zwei Soloalben hat sie bisher veröffentlicht, die ehemalige Faithless-Sängerin Dido Florian Cloud De Bounevialle Armstrong, kurz „Dido“: „No Angel“, das Debüt des Jahres 2000, überraschte mit einem interessanten Brückenschlag zwischen melancholischem Pop und leichter Club-Musik. Nachdem Rapper Eminem ein Sample aus ihrem Song „Thank You“ als Grundlage für seinen Hit „Stan“ einsetzte, avancierte „No Angel“ zum Platin-Album. „Life for rent“, der zweite Streich der britischen Sängerin, erreichte ähnlich hohe Verkaufszahlen, wirkt musikalisch gesehen jedoch eher als langweiliges Abziehbild des Erfolgs-Debüt.

Nun ist also ein CD/DVD-Package auf den Markt gekommen, das mit einem Zusammenschnitt dreier Live-Auftritte in der Brixton Academy in London vom August 2004 aufwartet. Brixton ist eine besondere Bühne für die 33-Jährige, hat sie doch hier in ihrer Jugend bereits hunderte von Bands als Zuschauerin erlebt, wie sie zu Beginn des Konzerts dem Publikum offenbart.

Bereits nach ein paar Takten Musik ist klar: Die Songs sind von äußerst professioneller Hand für eine Bühnen-Performance umgemodelt worden. Der Sound ist erstaunlich transparent und sauber. Die Live-Versionen der Stücke sind insgesamt etwas forscherer Gangart als die balladesken Studio-Pendants. „Here with me“, „Thank You“, “Life For Rent“ - Didos Hits sind in der 90-Minuten-Show allesamt natürlich enthalten und bieten live auch eine ziemlich klanggewaltige Angelegenheit: Das sanfte „Hunter“ wird in Brixton zu einem richtigen Kracher, bei dem sich Percussionist Jody Linscott an den Congas austobt. „Isobel“ kommt als gitarrenlastige Rocknummer daher und „My Life“ ist auch mit akustischer Gitarre statt Klavier eine wunderschöne Ballade. Schwächen hat das Konzert aber nicht nur deshalb, weil Dido wie beispielsweise in „All You Want“ nicht immer ganz intonationssicher ist - eine Tatsache, die übrigens bereits das eine oder andere Faithless-Konzert getrübt hat. Auch können schwache Songs wie „Sand in my shoes“ oder „Mary’s in India“ in ihren Live-Versionen ebenso wenig überzeugen. Ein weiteres Manko: die CD stellt eine leider teilweise nicht ganz nachvollziehbare Audio-Auswahl der Songs auf DVD dar. Herausragende Live-Versionen wie „Hunter“ oder „My Life“ fehlen leider.

Erwähnung müssen andererseits in jedem Fall die herausragenden technisch-ästhetischen Aspekte des Packs finden: Eine beeindruckende Leistung des Bildregisseurs David Barnard und eine Sound-Abmischung, die eindrücklich vor Augen führt, dass Technik es mittlerweile tatsächlich möglich macht, sich auf der Wohnzimmercouch wie in einer Konzerthalle zu fühlen, entschädigen für oben genannte Makel großzügig.
Auf Zusatz-Features wie Interviews und Backstage-Impressionen haben die Macher des Packs übrigens gänzlich verzichtet. Stattdessen hat man die Möglichkeit, zwischen den drei Audio-Optionen „Dolby Digital 2.0 Stereo“, „Dolby Digital 5.1 Surround“ und „DTS Surround“ zu wählen.

Anderthalb Stunden Konzert inklusive eines Intros mit langzeitbelichteten Impressionen von London bei Nacht rechtfertigen im Falle von „Dido – Live at Brixton Academy“ einen Preis um 20 Euro letztlich voll und ganz.

Anspieltipps:

  • Stoned
  • Isobel
  • Honestly Ok
  • Thank You
Dieser Artikel ging am um 08:00 Uhr online.
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